Die Luftwaffe hat Anfang Dezember in Wunstorf ihren 36. Airbus A400M empfangen. Mit insgesamt 53 bestellten Exemplaren sind Deutschlands Streitkräfte der größe Nutzer des Turboprop-Transporters. Airbus sieht sich auf Kurs – und hat mit dem A400M noch viel vor.

Sein schlechter Ruf kommt nicht von ungefähr. Pannen, Mängel und Verzögerungen prägten die Anfangsjahre des neuen Militärtransporters A400M. Zuletzt machte der Transall-Nachfolger bei der Luftwaffe Ende 2019 Schlagzeilen, als die Bundeswehr die Abnahme zweier neu gebauter Exemplare wegen lockerer Schrauben vorerst verweigerte – auch deshalb, weil die beiden Flugzeuge laut Luftwaffe nicht die „vertraglich zugesicherten Eigenschaften“ erfüllten.




Luftwaffe

Bei der abgebrochenen NATO-Übung Cold Response im Frühjahr flogen die deutschen A400M in kurzer Zeit zahlreiche NATO-Soldaten aus dem Übungsgebiet in Nordnorwegen nach Hause.

Wunstorf und Lechfeld

Seit diesem Vorfall ist viel passiert. Längst leisten die reklamierten Flugzeuge inzwischen beim Lufttransportgeschwader 62 in Wunstorf ihren Dienst – zusammen mit drei weiteren A400M, die im Laufe des Jahres 2020 zur Truppe stießen. Das letzte Flugzeug für dieses Jahr erhielt die Luftwaffe am 4. Dezember in Gestalt der 54+36. Folgerichtig sind in Wunstorf nunmehr 36 A400M stationiert. Insgesamt hat Deutschland 53 A400M bestellt, von denen einmal 40 in Wunstorf ihr Zuhause haben werden. Die restlichen 13 sollen als Teil des neuen internationalen Lufttransportverbandes MNAU (Multinational Air Transport Unit) auf dem Lechfeld bei Augsburg stationiert werden.



Airbus A400M bei Betankungsversuchen mit der H225M im September 2019.


DGA

Der A400M erhielt 2020 einige neue Fähigkeiten. Im kommenden Jahr soll er auch für die Betankung von Hubschraubern zugelassen werden. Entsprechende Tests laufen bereits.

„Starkes Jahr für den A400M“

Ioannis Papachristofilou, bei Airbus Defence & Space für den Vertrieb des A400M in Europa und Kanada zuständig, sieht das einstige Sorgenkind auf gutem Kurs: „Es war ein sehr starkes Jahr für den A400M“, so sein persönliches Fazit. Das Flugzeug sei 2020 weiter gereift, habe Kinderkrankheiten abgestreift und seine Fähigkeiten erweitert. Auch die Wartungsfreundlichkeit habe sich verbessert. „Das bleibt auf dem Markt nicht unbemerkt“, unterstrich Papachristofilou und betonte, dass der A400M bei vielen möglichen Kunden auf Interesse stoße. Zwar vermied es der Airbus-Mann an dieser Stelle, konkreter zu werden, machte aber klar: „Der A400M steht bei unseren weltweiten Verkaufsbemühungen ganz oben auf der Tagesordnung.“


Die von Luxemburg bestellte A400M wurde am 7. Oktober 2020 nach Findel geflogen.


Flughafen Luxemburg

Luxemburg avancierte im Herbst zum siebten A400M-Nutzer. Das Flugzeug mit der Seriennummer MSN104 ist im belgischen Melsbroek stationiert und wird gemeinsam mit Belgien betrieben. Belgien hat selbst auch sieben A400M bestellt.

Belgien als achter Nutzer

Die im Dienst stehende A400M-Flotte habe zusammen bereits mehr als 85.000 Flugstunden absolviert, so Papachristofilou. 95 A400M hat Airbus bisher insgesamt an Kunden ausgeliefert. Deren gibt es mit Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Spanien, der Türkei, Malaysia und Luxemburg inzwischen sieben an der Zahl – und in Kürze soll mit Belgien auch die achte Nation in den Kreis der A400M-Nutzer aufsteigen. Das Königreich hat sieben A400M bestellt. Den ersten möchte Airbus noch vor Jahresende übergeben.


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