Zum Jahresende hat das Bundesheer nach 50 Jahren die Saab 105OE offiziell außer Dienst gestellt. Die Luftraumüberwachung wird nun ausschließlich durch die Eurofighter sichergestellt.

Zum Abschluss gab es noch einmal eine spezielle Lackierung, „50 Jahre im Dienste Österreichs“. „Das ist das Ende einer beeindruckenden Ära. Nur durch die herausragenden Leistungen unserer Techniker und der Piloten, die diesen Jet bis zur Perfektion beherrschen, war ein so langer und sicherer Flugbetrieb möglich. Gerade am kritischen Ende einer Systemlaufzeit hat ihr Engagement den reibungslosen und vor allem sicheren und unfallfreien Flugbetrieb garantiert“, so Verteidigungsministerin Klaudia Tanner


Über 156.500 Flugstunden und fast 254.000 Einsätzen sehen für die Saab 105OE in den Büchern. Im Jahre 1968 wurden zwanzig Maschinen aus Schweden bestellt und im April 1969, um zwanzig weitere Maschinen aufgestockt. Die ersten drei Maschinen landeten am 2. Juli 1970 in Hörsching. Aufgeteilt wurden die Jets auf drei Staffeln, stationiert in Hörsching und Graz Thalerhof.


Die Aufgaben der Saab 105OE waren breit gefächert: Von der Aufklärung und Feuerunterstützung der Bodentruppen, über VIP-Transporte und Spüraufgaben zur Detektion radioaktiver Verseuchung oder der Ausbreitung von Asche oder Giftwolken bis hin zur Luftraumüberwachung.


Die Saab 105OE spielte auch in der Pilotenausbildung eine wichtige Rolle. Sie wurde als Trainer eingesetzt, um Piloten im Einsatzflugbetrieb in allen benötigten Fertigkeiten wie Luftkampf, Luftraumüberwachung, Luftspüreinsätze, Feuerunterstützung zu schulen.


Kunstflugstaffeln „Karo As“ und „Silver Birds“


Bei der Teilnahme an zahlreichen Luftfahrtveranstaltungen konnten die österreichischen Piloten ihre außergewöhnlichen Fähigkeiten, im Vergleich mit Kameraden anderer Luftwaffen unter Beweis stellen. Besonders international und national geschätzt waren die Kunstflugstaffel „Karo As“ und das Kunstflugteam „Silver Birds“ Mitte der 70iger Jahre.


Im Jahr 1991 übernahm die Saab 105OE neben dem Draken eine wesentliche Rolle im Sicherungseinsatz an der Südgrenze Österreichs im Zuge der Jugoslawienkrise. Insgesamt waren in dieser Krise bis zu 14 Saab 105OE im Einsatz und flogen Patrouillen und Überwachungsflüge entlang der Staatsgrenze.


Im Laufe der 50 Einsatzjahren haben die Luftstreitkräfte zwölf Saab 105OE durch Flugunfälle verloren; 14 Piloten und Techniker kamen dabei ums Leben. Der letzte Flugunfall ereignete sich am 17. April 2003 bei einem Trainingsflug über dem Truppenübungsplatz Allentsteig. Der Pilot konnte sich mittels Schleudersitz aus dem Flugzeug retten und unversehrt am Truppenübungsplatz landen.


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