62 Menschen kamen am Wochenende in Indonesien ums Leben, als eine Boeing 737-500 der Sriwijaya Air wenige Minuten nach dem Start ins Meer stürzte. Während die Ursachensuche läuft, ist bereits klar: Die Airline besaß bereits zuvor eine bedenkliche Sicherheitsbilanz.

Noch weiß niemand, was genau die 737-500 mit dem Kennzeichen PK-CLC am 9. Januar zum Absturz brachte. Sicher ist nur, dass das rund 27 Jahre alte Flugzeug 56 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder in den Tod riss, als es kurz nach dem Start in Jakarta seinen Kurs verließ, rapide an Höhe verlor und schließlich in der Javasee zerschellte. Den Rettungskräften vor Ort bleibt nur das Abfischen von Trümmerteilen und menschlichen Überresten, das Hauptwrack soll in etwa 20 Metern Tiefe liegen. Inzwischen wurden laut Medienberichten Flugschreiber und Stimmenrekorder geortet. Von ihrer Bergung und Auswertung erhoffen sich die Unfallermittler Aufschluss über den genauen Hergang und die Ursachen des Absturzes.



Bedenkliche Bilanz

Unabhängig davon ist es kein Geheimnis, dass die Airline, zu der die 737 gehörte, in Sachen Sicherheit in vergangenen Jahren eher negativ auffiel. Zu betonen ist, dass dieser Umstand nichts mit dem Unglücksflug JS182 vom 9. Januar zu tun haben muss. Dafür weiß man aktuell noch zu wenig ber die Unglücksursache. Wie das Fachportal Flightglobal berichtet, war der Absturz der PK-CLC am 9. Januar aber bereits der fünfte 737-Verlust für Sriwijaya Air seit August 2008. Flightglobal beruft sich dabei auf Flottendaten von Cirium, laut denen der Carrier in den Jahren 2008, 2011, 2012 und 2017 je eine seiner 737 wegen eines Unfalls abschreiben musste.



Sriwijaya Air

Sriwijaya Air fliegt mit Boeing 737 der Versionen 737-500, 737-800 und 737-900ER.

Vier Totalverluste, ein Todesopfer

Alle vier dieser Unfälle ereigneten sich allerdings bei der Landung und gingen vergleichsweise glimpflich aus. Personenschäden gab es nur beim ersten Zwischenfall zu verzeichnen, als eine 737-200 nach dem Aufsetzen in Jambi auf nasser Runway ins Schleudern kam, wie im Aviation Safety Network nachzulesen ist. Dabei seien am Boden ein Bauer getötet und im Flugzeug 14 Passagiere verletzt worden. Ursache damals sei ein Hydraulikfehler gewesen, verbunden mit fehlerhaftem Handeln der Piloten. „Die Besatzung führte die Landung durch, ohne die technischen Auswirkungen, insbesondere auf Bremsen, Spoiler und Schubumkehr des Flugzeugs, vollständig zu berücksichtigen“, heißt es bei Flightglobal.

Finanzielle Schwierigkeiten

Abgesehen von der bedenklichen Sicherheitsbilanz steckte Sriwijaya Air, 2003 gegründet, schon seit Längerem in finanziellen Schwierigkeiten. Ein Zusammenbruch im Jahr 2018 konnte nur durch einen Deal mit Garuda, der nationalen Airline Indonesiens, abgewendet werden. Garuda übernahm damals über ihre Tochter Citilink den Betrieb sowie die finanzielle Verwaltung von Sriwijaya, kündigte die Zusammenarbeit jedoch im November 2019 wieder auf. Anfang 2020 deuteten indonesische Medienberichte laut Flightglobal darauf hin, dass die Hälfte der Sriwijaya-Flotte wegen fehlender Ersatzteile nicht einsatzfähig sei. Sriwijaya besaß zu diesem Zeitpunkt 19 737 der Varianten -500, -800 und -900ER.


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