Fünf Airbus A310 hatte die Luftwaffe bis gestern in der Flotte – jetzt sind es nur noch vier: Mit der Landung auf dem Hamburger Flughafen Fuhlsbüttel endete gestern die Karriere der 10+27 „August Euler“. Der Exodus der A310 bei der Flugbereitschaft hat damit begonnen.

Die A310 besitzt bei der Bundeswehr schon seit Längerem ein Ablaufdatum: Bis 2022 sollen die Großraum-Zweistrahler allesamt aus dem Dienst ausscheiden. Längst sind ihre Nachfolger dabei, das Zepter zu übernehmen. Mit dem Unterschied, dass diese – in Gestalt der A330 MRTT – nicht mehr allein der Luftwaffe gehören, sondern als Mitglieder der Multinational MRTT Unit in Eindhoven und Köln der NATO unterstellt sind. Drei A330 MRTT (Multirole Tanker Transport) stehen mittlerweile zur Verfügung, Tendenz steigend. Die A310 der Bundeswehr werden immer seltener gebraucht.



Abschied aus Köln

Und so war es keine Überraschung, dass am vergangenen Mittwoch mit der 10+27 „August Euler“ die erste der fünf deutschen A310 für immer ihre Heimat Köln verließ und sich auf den Weg nach Hamburg machte. Dort, auf dem Flughafen Fuhlsbüttel, wurde sie wenig später von Mitarbeitern der Lufthansa Technik in Empfang genommen. Das 31 Jahre alte Flugzeug, das am 13. September 1989 seinen Erstflug feierte, ist damit wohl am Ende seines Lebens angekommen: In den kommenden Wochen wird es bei Lufthansa Technik ausgeschlachtet und schließlich zerlegt.



Luftwaffe

Als Frachter fasst die A310 MRTT eine Nutzlast von maximal 41,6 Tonnen. In der Tankerrolle konnte sie im Flug bis zu 45 Tonnen Sprit abgeben.

Acht Jahre bei Lufthansa

Ihre fliegerische Laufbahn begann die „August Euler“ im März 1990 als Passagierjet bei der Lufthansa. Getauft auf den Namen „Fellbach“ und registriert als D-AIDI, diente sie der Kranich-Airline allerdings nur acht Jahre, bevor sie im November 1998 an die Bundeswehr ging. Die ließ sie zum Mehrzwecktransportflugzeug MRT umrüsten. Später kam dann noch die Tanker-Fähigkeit hinzu. Seither firmierte die 10+27, wie drei ihrer Schwestermaschinen, als A310 MRTT und wurde in der Folgezeit intensiv für Fracht- und Truppentransporte, aber auch als fliegendes Krankenhaus (MedEvac), und eben als Tanker genutzt.


Für den Corona-Patiententransport aus Italien verwendete die Flugbereitschaft der Bundeswehr den Airbus A310 MRTT "August Euler".


Luftwaffe

Ende März 2020 holte die „August Euler“, bestückt mit MedEvac-Rüstsatz, italienische Corona-Patienten zur Behandlung nach Deutschland.

Corona-Intensivstation

Einen letzten großen Auftritt erhielt die „August Euler“ im Frühjahr 2020, als sie, mit MedEvac-Rüstsatz bestückt, italienische Corona-Intensivpatienten aus Bergamo nach Deutschland flog. Ein halbes Jahr später zog dann die Luftwaffe ihre A310-Flotte endgültig vom Dienst als Tankflugzeuge ab. Da demnächst weitere A330 MRTT für die Multinational MRTT Unit erwartet werden, dürfte es nicht lange dauern, bis die nächste Bundeswehr-A310 dem Schicksal der „August Euler“ folgt.


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