Die Bundeswehr will den Kauf eines neuen Schwerlasthubschraubers nun offenbar als Foreign Military Sale abwickeln, um im Kostenrahmen zu bleiben.

Der STH-Wettbewerb war im letzten September abgebrochen worden, offiziell weil es unwahrscheinlich war, dass alle Forderungen der Luftwaffe innerhalb des verfügbaren Budgets erfüllt werden könnten. Ob nun Abstriche gemacht wurden (technische und programmatische bezüglich der deutschen Industriebeteiligung) ist unklar.


Jedenfalls teilte Rheinmetall am Mittwoch mit, dass „das Bundesverteidigungsministerium in einem sogenannten Foreign Military Sales (FMS)-Verfahren derzeit Angebote für die ehemaligen Wettbewerber bei der US-Regierung einholt. Ein solches Programm sieht typischerweise den Kauf der Basisversion eines Luftfahrzeugs vor. Im Fall der CH-53K erfüllt die Basisversion schon heute alle relevanten Fähigkeitsanforderungen der Bundeswehr. Ein wesentlicher Grund hierfür ist unter anderem die serienmäßig verfügbare Luftbetankungssonde und der dadurch stark erweiterte Einsatzradius der CH-53K“.


Konkurrent bleibt die Boeing CH-47 Chinook, die bei zahlreichen Ländern in unterschiedlichen Ausstattungen im Dienst steht. Über die deutsche Version hieß es, sie entspreche weitgehend der in Kanada genutzten Ausführung CH-147F, ergänzt um eine Luftbetankungssonde.


Sikorsky hatte für sein STH-Angebot frühzeitig ein „Team führender deutscher Technologieunternehmen“ gebildet, zu dem neben Rheinmetall auch MTU Aero Engines, Autoflug und Hydro Systems zählen – und nun auch die Reiser Simulation and Training. Der bayerische Mittelständler verstärkt das deutsche CH-53K-Industrieteam als Unterauftragnehmer von Rheinmetall.


Reiser wird seine Kompetenz im Bereich Ausbildung und Simulation in das Projekt einbringen – insbesondere bei Simulationsangeboten und technischen Lösungen für die Ausbildung des Wartungspersonals. Das Unternehmen ist ein Partner für Ausbildungssysteme der Bundeswehr etwa im Projekt NH90 für das Heer und die Marine sowie beim Eurofighter für die Luftwaffe. Reiser ergänzt damit im Vorhaben STH in idealer Weise die Kompetenzen von Rheinmetall auf dem Gebiet der Simulation.


Laut Rheimetall unterstreicht „die substanzielle Beteiligung zahlreicher deutscher Unternehmen … auch die Bedeutung des Projekts für den Industriestandort Deutschland. Sollte die Bundeswehr den Transporthubschrauber beschaffen, würde ein Großteil der Wertschöpfung der CH-53K in Deutschland geschehen. Für die deutsche Industrie wären damit neue langfristige Arbeitsplätze im Hochtechnologiebereich und ein wichtiger Knowhow-Transfer verbunden“.


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