Nach rund vier Monaten Wartung bei Lufthansa Technik in Hamburg ist SOFIA, eine modifizierte Boeing 747SP von NASA und DLR, bald wieder einsatzbereit. Die nächsten Missionen finden über Europa statt.

SOFIA (Stratosphären-Observatorium für Infrarot-Astronomie) durchlief seit Ende September 2020 in Hamburg einen „Extended Maintenance Visit“ (EMV). EMV ist ein Begriff der US-Raumfahrtbehörde NASA, die darunter fallenden Arbeiten entsprechen einem C-Check. Für die Boeing 747SP war es der dritte Wartungsbesuch in Hamburg nach einem D-Check 2014 und einem EMV 2017.


Anfang Februar soll das fliegende Observatorium nach Köln gebracht werden, sagte Michael Hütwohl, SOFIA-Teleskop-Manager beim Deutschen SOFIA-Institut (DSI), bei einem virtuellen Pressegespräch am 26. Januar. Dort wird SOFIA etwa sechs Wochen bleiben und wissenschaftliche Missionen über Europa fliegen. Geplant sind 20 Flüge, bevor das Flugzeug Mitte März dann wieder zu seinem Heimatflughafen am Dryden Flight Research Center der NASA in Palmdale, Kalifornien überführt wird.



Rund 16.000 Mannstunden

Dass SOFIA nun erstmals seit 2019 wieder Wissenschaftsflüge über Europa durchführt, hat auch etwas mit Corona zu tun. „Manche unserer Wissenschaftler können aufgrund der Pandemie derzeit nicht nach Palmdale kommen“, so Hütwohl. Die Organisation von Wissenschaftsmissionen über Europa sei wegen der vielen beteiligten Länder und unterschiedlicher Regularien aber eine Herausforderung.


SOFIA war am 30. September 2020 in Hamburg gelandet. Bei dem EMV standen vor allem Rumpf, Triebwerke und Triebwerksaufhängungen im Fokus, rund 16.000 Arbeitsstunden investierten die Mitarbeiter von Lufthansa Technik in die umfassende Inspektion.


Alle vier JT9D-Turbofans von Pratt & Whitney waren entfernt worden. Die Kabine wurde komplett entkernt, um die Struktur freizulegen und auf Risse und Korrosion zu untersuchen. Zudem wurde das Kühlsystem für das Teleskop-Equipment verbessert. Das Fazit: „Der Rumpf ist in Ordnung“, so Sven Hantje, technischer Projektmanager bei Lufthansa Technik. Auch die JT9D leisteten noch gute Arbeit an SOFIA. Dennoch hat die NASA vorgesorgt und sechs betriebsbereite Triebwerke im Ersatzteillager in Palmdale.



Einsatz bis 2034

Trotz ihres Alters – die Boeing 747SP feiert dieses Jahr ihren 44. Geburtstag – hat SOFIA zumindest technisch gesehen noch ein langes Leben vor sich. Das Flugzeug soll nach Angaben von Michael Hütwohl bis 2034 betrieben werden.


Nach Abschluss der Wartungsarbeiten bei Lufthansa Technik stehen Donnerstag oder Freitag Bodentests an. Für Sonntag oder Montag sind Checkflüge von Hamburg aus geplant, sagte Michael Toberman, SOFIA Operations Director bei der NASA.


SOFIA ist ein Gemeinschaftsprojekt des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der NASA. Der wissenschaftliche Betrieb wird auf deutscher Seite vom DSI der Universität Stuttgart koordiniert, auf amerikanischer Seite von der Universities Space Research Association (USRA).


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