In der Nacht zu Freitag kehrte der letzte von fünf in Afghanistan eingesetzten CH-53G der Luftwaffe nach Deutschland zurück. Künftig fliegen dort NH90 des Heeres.

Der Helikopter wurde wie üblich mit einer Antonow An-124 nach Leipzig gebracht, von wo aus er zu seinem Heimatstandort beim Hubschraubergeschwader 64 zurückfliegt. CH-53 der Bundeswehr waren somit 18 Jahre in Afghanistan im Einsatz. Auch wenn die Maschinen regelmäßig ausgetauscht wurden, brachte der dauerhafte Einsatzflugbetrieb Technik und Personal an ihre Grenzen.


Fünf Millionen Kilometer Flugstrecke

In Afghanistan wurde mit den CH’s, die seit 1972 in der Bundeswehr fliegen und aktuell an den Standorten Laupheim und Holzdorf beheimatet sind, insgesamt ca. 22500 Flugstunden erflogen. Die erzielten rund fünf Millionen Kilometer Flugstrecke entsprechen der 125-fachen Umrundung unseres Erdballs.


„Die CH-53 wurde nicht für einen Einsatz bei extremen Witterungsverhältnissen und den Betrieb am Hindukusch gebaut. Dass der Auftrag dort über all die Jahre so verlässlich erfüllt wurde, ist das Verdienst unserer Soldatinnen und Soldaten. Alle Angehörigen der CH-53 Community können mit großem Stolz auf die dabei gezeigte Spitzenleistung zurückblicken“, so der Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Ingo Gerhartz.


„Lastentier“ mit Alterserscheinungen

Zuletzt war die Verfügbarkeit der Hubschrauber ziemlich schlecht. Im jüngsten Bericht zur materiellen Einsatzbereitschaft der Hauptwaffensystem der Bundeswehr hieß es: „Beim Waffensystem CH-53 stagniert die Einsatzbereitschaft auf sehr niedrigem Niveau. Sie ist die niedrigste aller fliegenden Waffensysteme der Luftwaffe. Mit der Einsatzpause ab Anfang 2021 sowie zusätzlicher Industrieunterstützung wird es gelingen, die in den zurückliegenden Jahren aufgebauten, spürbaren Auswirkungen auf den Ausbildungsstand der Besatzungen teilweise abzubauen. Eine Trendwende darf bei diesem Alt-Waffensystem aber nicht mehr erwartet werden“.


Das „Lastentier der Luftwaffe“ wird dennoch im Rahmen von Verpflichtungen im Bündnis, aber auch in der Heimat bei der Bekämpfung von Waldbränden oder Flutkatastrophen, weiterhin gebraucht. Die Beschaffung eines Nachfolgemodells (Schwerer Transporthubschrauber) verzögert sich angesichts hoher Kosten.


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