Letzte Woche gab der Flughafen Hamburg bekannt, dass die Boeing 707 in Lufthansa-Lackierung in den nächsten Monaten verschrottet wird. Ein privater Verein möchte die Maschine doch noch retten – doch die Chancen dafür scheinen eher gering zu sein.

Letzte Woche gab der Flughafen Hamburg bekannt, dass die Boeing 707 in Lufthansa-Lackierung in den nächsten Monaten verschrottet wird. Aufgrund der massiven Einnahmerückgänge in der Pandemie müssten nicht-notwendige Kosten eingespart werden, so der Airport. Doch nun scheint es neue Hoffnung für das ehemalige Flaggschiff der Kranich-Airline zu geben.


Erhalt eines Stücks Luftfahrtgeschichte

Um die Verschrottung des seltenen Flugzeugtypens doch noch abzuwenden, haben sich mehrere Luftfahrtbegeisterte im neugegründeten „Verein zur Rettung der Boeing 707 D-ABOD“ organisiert. Ziel der fünf Gründungsmitglieder ist es, die Zukunft des Flugzeuges zu sichern und die Maschine dauerhaft an ein Museum zu übergeben. Laut der Website des Vereins hätte man aus sicherer Quelle erfahren, dass seitens des Flughafens Hamburg bisher nur wenig Maßnahmen ergriffen wurden, die Boeing zu erhalten und zum Beispiel an das Luftfahrtmuseum in Speyer oder Sinsheim zu verkaufen. Dabei sei die in Hamburg abgestellte Maschine die letzte von insgesamt fünf 707-430 der Lufthansa, die heute noch existiert.



Hamburg und die 707: Gemeinsam ins Jet-Zeitalter. (Foto: Lufthansa)

„Verwertung bereits in Auftrag gegeben“

Beim Flughafen Hamburg sieht man die Sachlage ein wenig anders. Eine Sprecherin erklärte gegenüber der FLUG REVUE, man habe sehr wohl „mit rund einem Dutzend Interessenten“ in Kontakt gestanden, darunter „selbstverständlich“ auch mit dem Technik Museum Sinsheim/Speyer. Von dort habe man jedoch eine schriftliche Absage erhalten und die Maschine auch sonst nirgends unterbringen können. „Dies lag vor allem an den steigenden Unterhaltungskosten sowie extrem hohen Transportkosten, die mit dem Erhalt an anderer Stelle verbunden sind und durchaus in einen mittleren sechsstelligen Bereich fallen können“, so die Sprecherin weiter. Man habe die Verwertung des Flugzeugs daher bereits in Auftrag gegeben.


Airport will nicht an Flugzeug festhalten

Der Flughafen hatte vergangene Woche offiziell bekanntgegeben, dass die Boeing 707 mit der fiktiven Registrierung D-ABOB in den nächsten Monaten verwertet und relevante Flugzeugteile versteigert werden sollen. In besseren Jahren diente der Vierstrahler jahrelang als Ausbildungs- und Trainingsmaschine für die Lufthansa Technik Station in Hamburg, bevor er 1999 vom Flughafen Hamburg für den symbolischen Kaufpreis von einem Euro übernommen wurde. Seitdem nutzten Flughafenfeuerwehr und Enteisungskräfte die 707 als Schulungsobjekt. Auch in diversen Filmen wie „Kick it like Beckham“ (2002) oder „Rocca verändert die Welt“ (2019) war der Jet zu sehen.


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