Erst das Grounding der 737 MAX, anschließend zwei Jahre Lieferverzögerung bei 737 MAX 10 und 777-9. Boeing rutscht, so scheint es, von einem Drama ins nächste. Währenddessen läuft bei Airbus die Teileproduktion für die A321XLR an. Kann Boeing doch noch kontern?

Zumindest der Gegner steht fest: ein Konkurrenzmodell zur A321XLR sei „ziemlich genau der Bereich, in dem sich die Entwicklungsanstrengungen bewegen“, sagte Boeing-Chef Dave Calhoun im Januar. „Wir machen wirklich gute Fortschritte bei der Entwicklung unserer Konstruktions- und Fertigungstechnologie, so dass wir bereit sind, wenn der Moment kommt, ein wirklich differenziertes Produkt anzubieten.“


Konkurrenz für die A321XLR

Darüber, wann es soweit seit könnte, hüllte er sich in Schweigen. Ursprüngliche Pläne, eine gesamte Produktfamilie auf den Markt zu bringen, kann Boeing sich derzeit nicht leisten. „Leeham News“ rechnet dennoch damit, dass es darauf hinauslaufen wird: „eine Familie aus drei Flugzeugen mit je zwei Gängen, vom 185- zum 250-Sitzer und einer Reichweite von bis zu knapp 10.000 Kilometern.“ In der Klasse der A321XLR rechnet sich das Boeing-Management unter den veränderten Marktbedingungen offenbar die größten Chancen aus, einen neuen Kassenschlager zu produzieren – ein schlankes Design und eine günstige Produktion vorausgesetzt.




Airbus

Die A321XLR ist Boeings erklärter Hauptkonkurrent, wenn es um die Entwicklung eines neuen Airliners geht. Der Rivale hat allerdings großen Vorsprung.

Neue Mitte mit Ultrafan?

Wie „Aviation Week“ schreibt, lautet der Arbeitstitel des Projektes -5x, ein Markteintritt ist demnach für die späten 2020er geplant. Wie im ursprünglichen NMA-Konzept vorgesehen hält Boeing demnach an Verbundwerkstoffen für Tragflächen und Rumpf fest. Neben den Vorschlägen, die GE und Safran sowie Pratt & Whitney damals in den Ring geworfen hatten, bekäme womoglich auch Rolls-Royce noch einmal die Chance, sich mit einem überarbeiteten Ultrafan als Triebwerkslieferant zu etablieren. Dessen Entwicklung liegt allerdings vorerst auf Eis.


Vorteil Airbus

Inmitten der Krise deutet sich ein neues Wettrennen zwischen den großen Flugzeugbauern Airbus und Boeing um die Mitte des Marktes an – ein Wettrennen, in dem Airbus sich einigen Vorsprung erarbeitet hat. Ob es Boeing gelingt, diesen wieder aufzuholen, ist eine der spannenden Fragen der kommenden drei Jahre. Eine andere ist, ob ein Markteintritt Ende der 2020er nicht zu spät ist. Denn dann steht bereits eine neue Herausforderung an: ein hybrider Jet, der es Flugzeugbauern und Airlines ermöglichen soll, die selbstgesteckten Klimaziele zu erreichen.


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