Alrosa Airlines, die Fluglinie des gleichnamigen Diamantenkonzerns, hat ihre letzte Il-76 ausgemustert. Das ändert nichts daran, dass der markante Vierstrahler weltweit noch immer hoch im Kurs steht – und von mehr Nutzern betrieben wird, als man zunächst glauben mag.

Einst half sie dem Diamantenkonzern Alrosa, entlegene Abbaugebiete in Russlands Osten zu erschließen, nun ist die Zeit ihres Abschieds gekommen: Wie Anfang Februar bekannt wurde, hat Alrosa Airlines mit der RA-76360 auch ihre letzte verbliebene Iljuschin Il-76 ausgemustert. In der Vergangenheit hatte die konzerneigene Airline bis zu drei Maschinen des Typs im Betrieb.




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Hat bei Alrosa Airlines ausgedient: Für die letzte Il-76 der Diamanten-Airline wurde ein neuer Betreiber gefunden.

Karriere wird anderswo fortgesetzt

Die RA-76360 wurde 1993 gebaut und war seit Mitte 2019 eingelagert. Nach Aussagen von Alrosa habe man das Flugzeug bereits an eine andere Airline weitergegeben. Dabei soll es sich laut Informationen aus Russland um Aviacon Zitotrans aus Jekaterinburg handeln. Zunächst jedoch überführte Alrosa die Maschine nach Uljanowsk ins Werk von Aviastar-SP. Dort wird seit 2012 mit der Il-76MD-90A die modernste Variante des unverwüstlichen Frachters produziert. Auch ein großer Wartungsbetrieb für ältere Il-76 findet sich in Uljanowsk.



Bei Militärs stets hoch im Kurs

Der dürfte auch in Zukunft alle Hände voll zu tun haben, denn nach wie vor sind weltweit zahlreiche Il-76 älterer Baujahre unterwegs. Der Großteil davon fliegt beim Militär: Größter Betreiber des Musters ist die russische Luftwaffe. Darüber hinaus findet sich die Il-76 beispielsweise im Repertoire der Streitkräfte Indiens, Usbekistans, Chinas, Algeriens, Syriens und Angolas. Doch auch einige zivile Carrier setzen noch auf die Dienste des Vierstrahlers.



Patrick Zwerger

Volga-Dnepr nutzt fünf modernisierte Il-76TD-90VD, die auch oft im Westen zu sehen sind.

Modernisierte Varianten

Im Westen am häufigsten anzutreffen sind die Il-76 der russischen Volga-Dnepr Airlines. Volga-Dnepr betreibt derzeit fünf Exemplare der modernisierten Version Il-76TD-90VD, die unter anderem mit Awiadwigatel PS-90A-Turbofans anstelle der veralteten, durstigen und lauten Solowjow D-30KP ausgerüstet sind. Silk Way aus Aserbaidschan setzt mit der Il-76TD-90SW auf eine ähnliche Variante, besitzt aber auch noch zwei Maschinen mit originaler Triebwerksoption.




Patrick Zwerger

Die älteste noch aktive Il-76 ist Baujahr 1977 und fliegt beim Gromow-Institut für Flugforschung. Hier zu sehen mit einem Awiadwigatel PD-14 unterm Flügel.

Die älteste Il-76 dient der Wissenschaft

Weitere „alte“ Il-76 stehen unter anderem bei ZetAvia und Yuzhmashavia in der Ukraine, Rubystar und TransAvia Export aus Weißrussland, der bereits erwähnten Aviacon Zitotrans, sowie bei Pouya Air im Iran, Syrian Air, der russischen Abakan Air und Air Koryo im Einsatz. Auch mehrere Airlines in Kasachstan, Lybian Arab Air Cargo und Maximus Air Cargo aus Abu Dhabi besitzen laut der Datenbank russianplanes noch Il-76 mit D-30-Triebwerken. Die älteste aktive Il-76 fliegt dagegen beim Gromow-Institut für Flugforschung und ist in Schukowski bei Moskau stationiert. Das Flugzeug mit der Kennung 76529 wurde 1977 gebaut, flog bis 1989 bei der irakischen Luftwaffe und dient heute der Wissenschaft. So kam die fast 44 Jahre alte Maschine bei Flugtests mit dem neuen PD-14-Turbofan zum Zug.


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