Die Aero Spacelines Super Guppy war so etwas wie der Geburtshelfer für die ersten Airbus-Jets. Eines der unförmigen Flugzeuge wurde kürzlich in England verschrottet. Nun kommt es zurück – als exklusiver „Aviationtag“ in streng limitierter Auflage.

Dieses Flugzeug ist Kult – und das nicht nur wegen seiner extravaganten Form. Entwickelt auf Basis der Boeing 377 Stratocruiser, war die Aero Spacelines Super Guppy zunächst als Frachter für die NASA im Rahmen des Apollo-Programms unterwegs. Mit Kolbentriebwerken blieb sie ein Einzelstück, als Turbopropversion Super Guppy Turbine wurden in den USA zunächst zwei und später in Frankreich zwei weitere Exemplare gebaut. Diese vier Maschinen, bezeichnet als SGT-201 (Super Guppy Turbine), spielten in den ersten Jahren des Airbus-Konzerns eine entscheidende Rolle. Als Teiletransporter pendelten die Super Guppies zwischen den einzelnen Airbus-Werken hin und her und avancierten so zu Geburtshelfern der ersten Airbus-Muster A300, A310 und A320. Erst 1998 wurden sie endgültig von der Beluga abgelöst.




Aviationtag

Unrühmliches Ende für ein Kultflugzeug: Die Super Guppy Turbine aus Bruntingthorpe wurde vor Kurzem zerlegt.

Schmerzliches Ende in Bruntingthorpe

Während eine der bei Airbus ausgemusterten SGT-201 noch heute für die NASA ihren Dienst versieht, kamen die verbleibenden drei Exemplare in Museen unter. Je eine Super Guppy Turbine steht heute in Toulouse und Hamburg-Finkenwerder und wird dort von den jeweiligen Airbus-Mitarbeitern gehegt und gepflegt. Die dritte Maschine, registriert einst als F-BTGV, hatte leider weniger Glück. Zwar erfreute auch sie sich bis vor Kurzem im englischen Bruntingthorpe der behutsamen Zuneigung freiwilliger Helfer vom „Super Guppy Restoration Project“. Allerdings wurde das Museum in Bruntingthorpe vor knapp einem Jahr geschlossen, ein neuer Eigentümer kaufte das Gelände – und der steht mit der Luftfahrt ganz offensichtlich auf Kriegsfuß. Die Super Guppy und weitere Exponate, darunter zwei Vickers VC10, hatten jedenfalls keinen Platz mehr und mussten weg. Rettungsversuche scheiterten, und so fiel die F-BTGV vor einiger Zeit dem Schneidbrenner zum Opfer.




Aviationtag

Als Aviationtag können sich Fans ab April ein Teil der F-BTGV an Koffer oder Schlüssel hängen.

Neues Leben als Aviationtag

Ein Trostpflaster für die Untröstlichen gibt es allerdings, denn ab April wird es Teile der Außenhaut der F-BTGV als exklusive Aviationtags geben. Aviationtags sind Sammlerstücke, Schlüssel- und Gepäckanhänger, die von der gleichnamigen Firma aus Köln produziert werden. Für einen solchen Anhänger die Reste verschrotteter Flugzeuge in der hauseigenen Manufaktur in Köln so lange weiter zerlegt und zugeschnitten, bis sie in die typische Aviationtag-Form gestanzt werden können. Den letzten Schritt bildet eine präzise Lasergravur. Auf jedem der streng limitierten Aviationtags finden sich Flugzeugtyp, Registrierungsnummer der Maschine, Editionsnummer und -größe. Jeder Anhänger könne sich in Stärke, Farbe und Struktur von anderen Seriennummern unterscheiden, erklärt Aviationtag – je nachdem aus welchem Rumpfteil er hergestellt wurde.


Der Super Guppy-Aviationtag kann ab sofort online vorbestellt werden. Verfügbar sind die Sammlerstücke natürlich nur, solange der Vorrat reicht. Es soll schließlich nicht noch eine SGT-201 das Zeitliche segnen müssen.


UAV DACH: Beitrag im Original auf https://www.flugrevue.de/zivil/exklusiver-aviation-tag-eine-super-guppy-als-schluesselanhaenger/, mit freundlicher Genehmigung von FLUG REVUE automatisch importiert. Der Beitrag gibt nicht unbedingt die Meinung oder Position des UAV DACH e.V. wieder. Für die Inhalte ist der UAV DACH e.V. nicht verantwortlich.