Bei der Luftwaffe herrscht ein erheblicher Mangel an fliegendem Personal. Damit leiden „personelle Einsatzbereitschaft und Auftragserfüllung“.

Ein anhaltender Mangelbereich ist seit Jahren das fliegerische Personal in der Truppe bei der Luftwaffe, aber auch bei den Heeres- und Marinefliegern. Zur Illustration sprechen zwei Beispiele aus dem Bereich der Luftwaffe für sich: Von 220 Dienstposten für Jetpiloten sind 106, also weniger als die Hälfte, besetzt. Nur wenig besser sieht es bei den Hubschrauberführern aus. Der Besetzungsgrad erreicht mit 44 von 84 Dienstposten nur 52 Prozent, heißt es im aktuellen Jahresbericht der Wehrbeauftragten.


Die Luftwaffe will mit einem sieben Punkte umfassenden Maßnahmenpaket die Situation verbessern. Hierzu zählen unter anderem eine verbindliche und dialogische Personalführung, die Festlegung individueller Dienstzeitenden, aber auch finanzielle Anreize, wie die Erhöhung der Stellenzulage im aktiven fliegerischen Dienst um 40 Prozent seit dem Inkrafttreten des Besoldungs-strukturenmodernisierungsgesetzes am 1. Januar 2020.


Zu begrüßen sei auch das Bemühen der Luftwaffe um den verstärkten Aufbau fliegerischer Erfahrung, schreibt die Wehrbeauftragte. Denn wer Pilot wird, möchte fliegen. Zumindest beim Waffensystem Eurofighter konnte der Anteil der Realflugstunden bereits gesteigert werden. Für den Eurofighter findet zudem seit März 2020 eine Verlagerung von Waffensystemgrundschulungen ins Ausland, vorrangig zur spanischen Luftwaffe, statt. Die Bedeutung dieser Maßnahmen ist nicht zu unterschätzen, denn das Frustrationspotenzial unter den Pilotinnen und Piloten ist hoch.


Probleme bei der Flugsicherung

Ein besonderes Augenmerk gilt dem Personal der örtlichen militärischen Flugsicherung: Nach Mitteilung des Bundesamts für das Personalmanagement der Bundeswehr waren bei der örtlichen militärischen Flugsicherung in der Laufbahn der Offiziere des militärfachlichen Dienstes beispielsweise die Dienstposten der Besoldungsgruppen A 9 bis A 11 Ende 2019 zwar noch zu circa 93 Prozent besetzt. Nach derzeitigem Stand werde diese Besetzungsquote jedoch mit der Zurruhesetzung der geburtenstarken Jahrgänge ab 2020 auf circa 78 Prozent sinken.


Gerade mit Blick auf die Konkurrenz aus dem privaten Sektor durch die Deutsche Flugsicherung GmbH stellt sich die Frage, ob die Bundeswehr diesen Trend abwenden kann. Die Deutsche Flugsicherung kann nach Mitteilung der Luftwaffe jährlich aus einem Bewerberaufkommen im hohen vierstelligen Bereich schöpfen. Das Bewerberaufkommen für den gesamten Bereich des Flugführungsdienstes hingegen liege im Durchschnitt nur bei jährlich 140 Bewerberinnen und Bewerbern.


Um dem negativen Trend bei der Personalentwicklung entgegen zu wirken, hat die Bundeswehr bereits Maßnahmen ergriffen. Die Personalgewinnungsorganisation und das Kommando Luftwaffe haben gemeinsam die Arbeitsgruppe „Optimierung Bedarfsdeckung Flugführungsdienst“ vorangetrieben. Auch die gesamte Flugsicherungsausbildung werde einer weitreichenden Überarbeitung und Anpassung unterzogen. Ende 2021 soll es erstmals eine neue lehrgangsbezogene Ausbildung geben.


Im Heer sind beim luftfahrzeugtechnischen Personal die Dienstposten für Offiziere, wie schon im Vorjahr, nur zu rund 60 Prozent besetzt. Es fehlen 40 der vorgesehenen 103 Offiziere. Der Besetzungsgrad für Luftfahrzeugavionikbootsleute in der Marine hat sich im Vergleich zum Vorjahr von 63 auf 70 Prozent nur leicht verbessert. Auf 174 ausgebrachten Dienstposten leisten nur 122 Soldatinnen und Soldaten Dienst.


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