Der Airbus A400M gewinnt Stück für Stück an neuen Fähigkeiten. Während in Manching gerade Fallschirmspringer-Tests mit automatischer Auslösung laufen, denken Airbus-Ingenieure schon weiter: Sie wollen aus dem Frachtraum des A400M Drohnen starten.

Langsam aber sicher entwächst das einstige Sorgenkind seinen Kinderkrankheiten: Im Einsatz bei mittlerweile sieben Streikräften bewährt sich der Airbus A400M in vielerlei Rollen. Der Wartungsaufwand wird kleiner, die Flotte wächst. 95 Exemplare des Turboprop-Transporters sind inzwischen ausgeliefert, erst kürzlich hat Belgien seinen zweiten A400M übernommen. Währenddessen probte die Bundeswehr Anfang der Woche bei der WTD 61 in Manching den Fallschirmjäger-Reihensprung mit automatischer Auslösung – eine weitere Fähigkeit, die Airbus im A400M-Lastenheft bald wird abhaken können.




Luftwaffe

In Manching probten Fallschirmjäger der Bundeswehr Anfang März erstmals Sprünge mit automatischer Auslösung aus der Seitentür des A400M.

A400M auf dem Schlachtfeld der Zukunft

Längst richtet Airbus Defence & Space den Blick daher auf neue Projekte. Dazu gehört etwa die Integration unbemannter Fluggeräte, die den Weg ebnen soll für das Schlachtfeld der Zukunft, auf dem bemannte Kampfflugzeuge im Verbund mit Kampf- und Aufklärungsdrohnen agieren. Auch der A400M soll in diesem „Combat Cloud“-Szenario mitwirken – und unter anderem zur fliegnden Startplattform für ferngesteuerte Drohnen („Remote Carrier“) werden. Zu diesem Zweck hat Airbus zusammen mit der Geradts GmbH aus Bremen und dem Stuttgarter Drohnenspezialisten SFL eine Träger- und Auswurfkonstruktion entwickelt, die den Start unbemannter Fluggeräte, sogenannter UAVs, aus dem Hecktor eines fliegenden A400M ermöglichen soll.



Drohnen-Abwurf aus dem Hecktor

Das Projekt „UAV Launcher“ entstand in insgesamt nur sechs Monaten an Standorten in Deutschland und Spanien und soll nun zeitnah in die Flugerprobung gehen. Projektleiter Andreas Heckmann erläutert in einem Airbus-Video die zentralen Knackpunkte, die sein Team bei der Entwicklung zu meistern hatte: „Wir mussten in der Simulation eine sichere Trennung des UAV vom A400M erarbeiten, ebenso Sicherheitsverfahren für dessen Besatzung.“ Parallel dazu habe man einen UAV-Startmechanismus entwickeln lassen, um Drohnen aus einem fliegenden A400M nach hinten zu starten und abzusetzen. „Stellen Sie sich ein Einsatzszenario vor, in dem kurzfristig mehrere Remote Carrier benötigt werden“, so Heckmann weiter. „Mit einem A400M – in Europa weit verbreitet – lassen sich je nach Bedarf mehrere UAVs hintereinander starten.”



Airbus

Aus dem Heck des A400M heraus soll die Drohne über eine speziell entwickelte Plattform ausgeworfen und gestartet werden.

Im Verbund mit FCAS

Mit der Modifikation zum Drohnenträger bringt Airbus seinen Militärtransporter zum ersten Mal in direkten Kontext zum künftigen europäischen Kampfjet FCAS. Dieser soll in der „Combat Cloud“ einmal die Hauptrolle einnehmen und als „loyal wingmen“ operierende Remote Carrier im Kampfeinsatz delegieren. Das Projekt „UAV Launcher“ ist, so heißt es bei Airbus, ein erster Beitrag zur Initiative „Innovations for FCAS”, die sich mit den künftigen Fähigkeiten des europäischen Kampfflugzeugs der sechsten Generation auseinandersetzt.


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