Airbus-Konzernchef Guillaume Faury hat in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ deutliche Kritik an der europäischen Krisenpolitik geübt. Der Manager erwartet nach Lockerungen eine Rückkehr von Geschäftsreisenden an die Flughäfen.

Reisebeschränkungen und Corona-Maßnahmen halten Europa im Würgegriff. „Der Schaden, den man der Gesellschaft mit den harten Maßnahmen zufügt, übersteigt den Nutzen teils bei Weitem“, sagte Faury dem „Spiegel“. „Europa treibt schon ein sehr riskantes Spiel“. Faury sieht in der „mittel- oder sogar langfristigen Schließung“ von Unternehmen Gefahren für Wohlstand und Wettbewerbsfähigkeit. „Asien, die USA und auch andere Teile der Welt organisieren das besser als die Europäer“, sagte Faury. „Die Lage hier ist sehr besorgniserregend.“


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Optimistisch bei Geschäftsreisen

In Hinblick auf die Rückkehr von Geschäftsreisen zeigte sich Faury „bei Weitem optimistischer“ als noch vor wenigen Monaten. „Wir haben die Grenzen dessen erreicht, was wir aus der Ferne tun können“, sagte der Manager. „Geschäftsreisen werden ein fester und wichtiger Bestandteil der Entwicklung unserer Wirtschaft bleiben.“


„Nachhaltige Veränderungen“

Gleichwohl werde Corona „nachhaltige Veränderungen“ bewirken. „Ein Trend ist, dass die Flugzeuge Internet an Bord haben müssen“, sagte Faury. Zudem werde voraussichtlich die Nachfrage nach Nonstopverbindungen nach der Krise steigen.