Air France kann die Ankunft der ersten Airbus A220 kaum erwarten. Die neuen Jets lösen ab September in Paris die A318 und A319 ab. Bereits 2022 will Air France 21 A220-300 am Drehkreuz einsetzen – und könnte sich den Kanada-Airbus auch eine Nummer größer vorstellen.

Die Pandemie steckt Air France-KLM tief in den Knochen: 7,1 Milliarden Euro Verlust im Corona-Jahr 2020 belasten das ohnehin komplizierte Verhältnis zwischen KLM und Air France. Weitere Staatshilfen sind laut Finanzvorstand Frederic Gagey „nur noch eine Frage von Wochen“. Air France-Chefin Anne Rigail glaubt fest an eine bald einsetzende Trendwende und will die Europa-Flotte ab Spätsommer mit spritsparenden A220-300 modernisieren. „Die ersten Flüge mit der A220-300 werden im September starten“, sagte Rigail am Mittwoch in einem Webcast der Luftfahrtberatung CAPA.




Patrick Zwerger

Air France will mit der A220-300 die älteren A318 (Foto) und A319 im Europa-Zubringerverkehr ablösen.

60 A220 fest bestellt

Ende Februar hat die Schwesterairline KLM ihre erste Embraer E195-E2 erhalten, Air France setzt auf den Einstiegs-Airbus. Bis Jahresende will Air France sechs A220-300 übernehmen, 2022 und 2023 folgen jeweils 15 Auslieferungen – 2025 wird Air France über 60 A220-300 verfügen, über Optionen kann die Airline den Auftrag noch verdoppeln. Eine erste Kaufabsicht hatte Air France bereits 2012 unterschrieben, den Festauftrag erst 2019. Rigail verspricht sich gegenüber der A319 und A318 Verbrauchsvorteile „zwischen 20 und 25 Prozent“. Die A220-300 werden vorerst nur im Europaverkehr über Paris CDG eingesetzt, auch wenn theoretisch längere Flugstrecken möglich wären.



Airbus A220-300.


Airbus

Die A220 ist das modernste Flugzeug im Narrowbody-Ensemble von Airbus. Air France liebäugelt mit einer gestreckten Version A220-500.

A321XLR und A220-500?

„Das Hub-Modell hat sich in der Krise als ausgesprochen robust und zukunftsfähig erwiesen“, sagte Rigail. Air France habe in Paris CDG „mehr als 80 Prozent“ ihres Streckennetzes aufrecht erhalten. Air France liebäugelt trotzdem mit Airbus A321XLR – das Flugzeug könnte auf dünneren Langstrecken ein Gewinnbringer werden. Rigail gilt zudem als Fürsprecherin einer A220-500, die in Paris als möglicher Ersatz für ältere A320 hoch im Kurs steht. Technisch wäre ein weiterer A220-Stretch zwar möglich, Airbus hat sich bisher aber nicht festgelegt.


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