Die letzte Boeing 747-400 von KLM hat heute Morgen ihre Heimat Amsterdam für immer verlassen. Schon seit Oktober 2020 war der Jumbo Jet abgestellt, nun brach er ins spanische Teruel auf – und wählte zum Abschied die nur zwei Kilometer lange Oostbahn von Schiphol.

Die Runway 04 des Amsterdamer Flughafens Schiphol wird nicht besonders häufig genutzt – und wenn, dann hauptsächlich von kleinerem Fluggerät. Ganz im Osten gelegen, und deshalb folgerichtig „Oostbaan“ genannt, misst die Piste nur 2.014 Meter Länge – und ist damit die mit Abstand kürzeste der sechs Runways von Schiphol. Trotzdem wurde die Oostbahn heute Morgen zum Schauplatz eines historischen Ereignisses: Mit der Boeing 747-400M „City of Vancouver“ verließ um kurz nach 9 Uhr Ortszeit der letzte Passagier-Jumbo von KLM für immer seine Heimat Amsterdam. Seit Ende Oktober war das als PH-BFV registrierte Flugzeug am Ostende des Airports geparkt gewesen. Die Runway 04 war deshalb der kürzeste Weg zum Abschiednehmen – in jeglicher Hinsicht.



Nur drei Frachter bleiben übrig

Die blauen Jumbo Jets des Hausherrn KLM gehörten in Schiphol viele Jahre zum alltäglichen Bild. Vor zwölf Monaten jedoch endete die Ära der Boeing 747 im Passagierdienst der Niederländer. Drei 747-400M erhielten anschließend noch eine Gnadenfrist und pendelten als Corona-Frachter zwischen Schiphol und China. Ende Oktober wurden die drei Jumbos endgültig ausgemustert, zwei von ihnen haben Amsterdam im Dezember und Januar bereits verlassen. Mit dem Abschied der PH-BFV, 1999 gebaut und einst werksneu an KLM geliefert, ist die Flotte der Niederländer endgültig „Jumbo-frei“, sieht man von den drei 747-Frachtern ab, die allerdings von Martinair betrieben werden.

Schicksal noch unklar

Zwei Stunden und sechs Minuten war die PH-BFV – unter der passenden Flugnummer KL747 – nach ihrem Start von der Oostbahn unterwegs. Ihr Weg führte sie stramm nach Süden, in die spanische Region Aragonien, auf den Flughafen von Teruel. Dort wird der letzte KLM-Jumbo zunächst eingelagert, bis über sein endgültiges Schicksal Klarheit herrscht. Das dieses Schicksal nicht unbedingt „Verschrottung“ lauten muss, wird klar, wenn man den Verbleib der beiden anderen 747 betrachtet, die bis Oktober 2020 für KLM Überstunden schoben: Während die PH-BFT „City of Tokyo“ seit dem 7. Dezember in Kansas City steht, flog die PH-BFW „City of Shanghai“ am 18. Januar nach Tel Aviv. Dort wird sie von der ortsansässigen Firma IAI Bedek zum Frachter umgebaut.


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