Boeing erweitert die Checkliste vor Auslieferung neuer 787 um eine Kontrolle der Cockpitfenster. Ein Zulieferer hatte zuvor das Produktionsverfahren geändert – und Boeing darüber offenbar nicht informiert. Der Fehler gefährdet den avisierten Zeitplan im 787-Programm.

Rückrufe und Nachkontrollen: Boeing kämpft seit August 2020 mit Qualitätsproblemen bei der 787. Nach Informationen der Nachrichtenagentur „Bloomberg“ werden derzeit auch Cockpitfenster werksneuer Dreamliner überprüft. „Sofern erforderlich, werden an noch nicht ausgelieferten Flugzeugen Korrekturen durchgeführt“, bestätigte ein Sprecher die neue Baustelle. Die Inspektionspflicht soll allerdings nur eine kleine Stückzahl neuer 787 betreffen und erforderlich geworden sein, weil ein Zulieferer seinen Produktionsablauf geändert hat.


Mehrere Problemstellen

Die Fensterthematik reiht sich in eine Pannenserie ein: an einigen Dreamlinern waren CFK-Hecksektion und CFK-Druckschott falsch verbunden, Oberflächen fielen aus der Toleranz. Die Fehler schlichen sich vermutlich schon 2019 in die Produktion ein – treten sie gemeinsam auf, ist die Strukturfestigkeit nicht mehr uneingeschränkt gewährleistet. Boeing hatte vor diesem Hintergrund im August 2020 acht bereits ausgelieferte 787 aus dem Verkehr gezogen – und umfangreiche Checks eingeführt. Im Oktober hat Boeing die Auslieferung neuer 787 gestoppt.


Aufwändige Nachkontrollen

Fehleranalyse und nachträgliche Behebung sind extrem aufwändig und nehmen pro Flugzeug laut Boeing-Insidern einen Monat Zeit in Anspruch. Boeing will die Auslieferungen zum Monatsende wieder aufnehmen, die Cockpitfenster könnten diesen Plan durchkreuzen. „Wir nehmen uns die Zeit, die notwendig ist“, sagte der Sprecher „Bloomberg“. Die US-Luftfahrtbehörde FAA hat dem Konzern im Februar ein Bußgeld über 6,6 Millionen US-Dollar aufgebrummt – und eine weitere potenzielle Schwachstelle an der 787 aufgedeckt: Boeing und Airlines müssen an 222 787 Dekompressionspanele zwischen Frachtraum- und Passagierkabine überprüfen.


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