Eurowings-Chef Jens Bischof ist vom Ostergeschäft überwältigt. Trotz zusätzlicher Flüge sei er von der jüngsten Nachfragewelle im Mallorca-Verkehr überrascht worden.Mit Hilfe ihrer Basis in Palma sei Eurowings auf diesen Ansturm aber gut vorbereitet.

In 30 Jahren Airline-Arbeit habe er eine derartig steile Nachfragewelle wie zu Ostern auf die Balearen noch nicht erlebt, sagte der Eurowings-Chef in der im Internet übertragenen Gesprächsreihe „Kamingespräch“ von Aviation Week am Montag. Die Nachfrage habe zeitweise um 700 Prozent zugelegt, nachdem die Risikoeinstufung für die Baleraren geändert worden sei, so dass Reisen wieder freigegeben waren, berichtete der Airline-Chef.


Eurowings habe über Nacht 350 Flüge hinzugefügt, „um buchbar zu bleiben“, so Bischof. Manche Passagiere hätten buchstäblich auf gepackten Koffern auf die Buchungsmöglichkeit gewartet. Gegenüber der vorherigen Covid-19-Flaute hätten sich die Buchungen insgesamt vervierfacht, wenngleich von einem niedrigen Niveau ausgehend. Er sei bereits zufrieden, wenn Eurowings das Ostergeschäft mit 40 bis 50 Prozent eines normalen Aufkommens abschließen könnte.


Für die Luftfahrtbranche gehe es jetzt vorranig darum, das Vertrauen der Passagiere zurückzugewinnen. Diese seien durch vielfach geänderte Reisevorschriften und Beschränkungen nachhaltig verunsichert worden und müssten sich noch immer auf ständig neue, kurzfristig angesetzte Regelungen einstellen, etwa Quarantäne nach einer Rückkehr oder eine Testpflicht.


Eurowings sei mit Abstand die größte Airline Deutschlands für den touristischen Kurz- und Mittelstreckenverkehr und wolle hier wachsen, darunter ab April an der neuen „Basis“ BER, aber auch in Europa und außerhalb von Deutschland. Rund ein Drittel des Geschäfts entfalle außerdem auf Direktflüge für Geschäftsreisende zwischen wichtigen Großstädten außerhalb von Frankfurt und München.


Eurowings Discover nutze zwar die gleiche Marke, sei aber eine separate Firma mit eigener Betriebslizenz (AOC). Discover konzentriere sich auf touristische Langstrecken ab Frankfurt und München. An diesen Drehkreuzen ließen sich Langstreckenflüge leichter füllen und der Mutterkonzern Lufthansa könne mit Know-how und Logistik helfen.


Mit Wertschätzung für den Kunden, Freundlichkeit und Zuverlässigkeit wolle sich Eurowings von den Ultra-Lowcost-Airlines unterscheiden. Eurowings trage „Lufthansa-Erbgut“ in sich, sagte der Vorsitzender der Geschäftsführung und Chief Executive Officer von Eurowings, Jens Bischof. Viele in der Krisenzeit erfundene Neuerungen, etwa das Hinzubuchen und Reservieren leerer Mittelplätze, werde man auch in Zukunft fortführen.


Für die Flotte bei Eurowings sagt Bischof einen baldigen Wiederaufwuchs voraus: Nach ursprünglich über 100 Flugzeugen im Bestand habe man in der Krise alle „wet“ geleasten Flugzeuge abgestoßen und damit alle von Germawings, LGW und Czech Airlines. Der Tiefstand habe bei 20 Jets gelegen. Nun werde man einheitlich nur noch A319 und A320 einsetzen. 25 bis 28 Flugzeuge seien der aktuelle Stand. Zum Sommer wolle man bereits wieder 80 Flugzeuge betreiben, um 2022 wieder die Flottengröße von 100 zu übertreffen. Dazu erhalte man 2022 auch zehn A320neo.


Für die Markterholung sei wichtig, wie die Impfregelungen und Reisevorschriften voran kämen. Das Prüfen neuer Impfnachweise werde die Bodenzeiten bei der Abfertigung pro Passagier von unter einer Minute auf bis zu drei Minuten beim Check-in verlängern. Dies dürfe nicht zu einer Störung der Flugzeugumläufe führen.


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