Eine Sikorsky MH-60S Seahawk stürzte Anfang 2020 vor Japan in den Pazifik. Die Besatzung konnte sich retten, der Hubschrauber verschwand auf dem Grund des Meeres. Spezialkräfte der US Navy holten ihn wieder ans Licht – aus beinahe sechs Kilometern Tiefe. Weltrekord!

Die Mitarbeiter der Navy-Einheit für Bergungs- und Taucheinsätze (SUPSALV) sind Extreme gewohnt. Schließlich zählt es zu ihrem Job, verschollen geglaubte Wracks aus den Tiefen des Meeres wieder an die Oberfläche zu befördern. In diesem Metier sind die Navy-Spezialisten weltweit gefragt und bestens ausgestattet: Für Missionen in der Tiefsee besitzen sie den Tauchroboter CURV-21, zugelassen für Bergungseinsätze in bis zu 20.000 Fuß Tiefe (6.096 Meter).


Sechs Kilometer tief

Anfang der Woche jedoch musste selbst CURV-21 nahe an seine Grenzen gehen: Auf dem Grund des Pazifik, vor der Küste Japans, lag seit dem 20. Januar 2020 das Wrack einer Sikorsky MH-60S Seahawk. Der zweimotorige Hubschrauber war an besagtem Tag für die 12th Helicopter Sea Combat Squadron „Golden Falcons“ auf Mission gewesen, kehrte jedoch nicht wieder zu seinem Trägerschiff, der USS Blue Ridge, zurück. Stattdessen stürzte er ins Meer. Die Besatzung konnte dem havarierten Heli entkommen und wurde gerettet, die Seahawk dagegen sank fast sechs Kilometer weit in die Tiefe.




US Navy

Der Tauchroboter CURV-21 kann bis zu 20.000 Fuß tief tauchen. Das Wrack der MH-60S lag in 19.075 Fuß – Weltrerkord!

Weltrekord!

Bereits im Frühjahr 2020 waren SUPSALV-Experten auf Anfrage der Navy ins Absturzgebiet gereist, hatten die MH-60S mittels Seitenscan-Sonar lokalisiert und ihren Zustand dokumentiert. Rund ein Jahr später kehrten sie nun an den Ort des Geschehens zurück, dieses Mal mit CURV-21 im Gepäck. Bei seinem Tauchgang bis auf den Meeresgrund erreichte der Roboter laut US Navy eine Tiefe von 19.075 Fuß (5.814 Meter). Das ist Weltrekord: Nie zuvor war ein Fluggerät aus noch größerer Tiefe aus dem Meer geborgen worden.


Aufschluss über Absturzursache

Am Wrack angekommen, befestigte CURV-21 eigenständig das Bergungsseil am Hubschrauber und tauchte anschließend wieder auf, während das Seahawk-Wrack per Kran aus dem Wasser gezogen wurde. Zurück an Deck, ging es für die MH-60S zunächst nach Japan, in den Hafen von Yokosuka. Dort wird sie nun auf ihren Rücktransport in die USA vorbereitet. Unfallermittler erhoffen sich von dem geborgenen Wrack wichtige Aufschlüsse über die Gründe für den Absturz. „Die Fähigkeit, das Wrack zu bergen und den Unfallermittlungen zur Verfügung zu stellen, ist ein großes Plus für die Sicherheit der Marinefliegerei“, unterstrich Bryan Blake, Tiefsee-Programmchef bei SUPSALV.


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