In Évreux geht im September die deutsch-französische Lufttransportstaffel an den Start. Seine Anfänge bestreitet der besondere Verband allerdings nur mit Lockheed C-130J aus Frankreich: Deutschland erhält seine ersten Super Hercules erst ab Februar 2022.

Wenn die letzten Transall der Luftwaffe Ende des Jahres ihren Hut nehmen, hinterlassen sie eine Lücke, die der A400M nicht ganz wird schließen können. Vor allem für taktische Transportaufgaben und Kriseneinsätze von kuzen Pisten lässt sich der große Airbus-Transporter nur bedingt heranziehen. Deshalb entschied sich Deutschland vor einigen Jahren, als Ergänzung sechs Lockheed C-130J Super Hercules zu beschaffen – drei davon in der Tanker-Ausführung KC-130J. Das Besondere dabei: Die „Hercs“ werden nicht in Deutschland, sondern auf dem franzöischen Fliegerhorst Évreux in der Normandie stationiert – zusammen mit vier franzöischen C-130J bilden sie Europas ersten binationalen Hercules-Verband. Auch zwei der französischen Maschinen sind Tanker.



Lockheed C-130J to France


Lockheed Martin

Frankreich erhielt seine vier Super Hercules schon ab Januar 2018. Deutschland muss auf die erste C-130J bis Februar 2022 warten.

Frankreich hat schon alle Super Hercules

Seine volle Sollstärke von zehn Flugzeugen und 300 Soldaten aus beiden Nationen wird der Verband in Évreux nach aktuellem Planungsstand erst 2024 erreichen. Dennoch fällt am 1. September offiziell der Startschuss – wenn auch zunächst nur mit den vier Super Hercules aus Frankreich, die bereits zwischen Januar 2018 und Februar 2020 ausgeliefert wurden. Die Übergabe der ersten deutschen C-130J ist laut jüngster Verlautbarung der Bundeswehr für Februar 2022 avisiert. „Die weiteren folgen jeweils im Abstand von etwa sechs Monaten, so dass die Flotte 2024 komplett ist“, so die Bundeswehr weiter.




Luftwaffe

Vom Stützpunkt Orléans aus proben bereits deutsche und französische Besatzungen die Zusammenarbeit im Hercules-Einsatz.

Erste binationale Crews fliegen bereits

Während auf dem neuen Stützpunkt noch die Hangars für die Hercules gebaut werden und weitere Infrastruktur entsteht, sind auf den französischen Super Hercules bereits seit geraumer Zeit die ersten binationalen Beatzungen unterwegs – allerdings noch vom Stützpunkt Orléans aus. Weitere deutsche Piloten, Techniker und Ladungsmeister erhalten aktuell ihre Mustereinweisung auf die C-130J in den USA. Die Luftwaffe bezeichnet den kommenden Évreux-Verband als „Meileinstein“ in der Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Frankreich. Damit das Unterfangen glückt, arbeiten die Beteiligten gemeinsam einheitliche Grundlagendokumente aus, zum Beispiel für den gemeinsamen Flug- und Instandhaltungsbetrieb. „Diese können als Blaupause für weitere Kooperationen in Europa genutzt werden“, unterstreicht die Luftwaffe.


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