Die deutschen Luftwaffenpiloten meldeten sich lange vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs freiwillig bei der Legion Condor, um im Spanischen Bürgerkrieg Kampferfahrung zu sammeln. Unter ihnen war auch das spätere Jagdfliegerass Werner Mölders.

Ohne Uniform, Rang oder sonstige Militärkennungen trafen viele Luftwaffenangehörige als Urlauber getarnt in Spanien ein. Ihr Auftrag ist einfach erklärt: Als Mitglieder der Legion Condor, einem verdeckten Luftwaffenverband im Spanischen Bürgerkrieg, sollten sie Kampferfahrung auf der Seite von General Franco gegen die Spanische Republik sammeln.


Test neuer Waffensysteme

Neben der Erprobung neuer Taktiken dienten die Einsätze auch zum Test neuer Waffensysteme. Manche der Maschinen konnten sich anfangs noch nicht mit den wendigen I-16 Rata der Gegner messen. Erst als die modernen Jäger eintrafen, wendete sich das Blatt. Das nun genutzte Muster entwickelte sich später zum Rückgrat der Jagdwaffe. Es war die Messerschmitt Bf 109. Sie fand ihren Weg bereits 1936 nach Spanien. Die ersten Versionen – es handelte sich um die Prototypen V3 und V4 – konnten bereits schnell ihr Potenzial zeigen und beweisen, dass sie den meist italienischen und sowjetischen Mustern überlegen waren. In den folgenden drei Jahren wurden etliche Versionen (bis zur E) am Himmel über Spanien erprobt.


Taktiker und Jagdflieger

Einer, der sich ab 1938 seine Sporen in Spanien und einen ausgezeichneten Ruf als Taktiker und Jagdflieger erarbeitete, war der Kapitän der 3. Staffel der Jagdgruppe 88, Werner Mölders. Der 1913 in Gelsenkirchen geborene Mölders entschloss sich schon früh, dass er Soldat und Flieger werden wollte. Er meldete sich direkt nach dem Abitur beim Militär und wurde 1932 als einer von drei Offiziersanwärtern seines Jahrgangs eingestellt. In Spanien übernahm er am 25. Mai 1938 die Staffel von Adolf Galland.


Luftkampftaktik des Vierfingerschwarms

Zuerst flogen sie noch mit Heinkel He 51, bevor sie mit dem neusten Muster, der Bf 109, ausgestattet wurden. Von da an setzte Mölders die Arbeit Günther Lützows fort, erarbeitete neue Einsatztaktiken und vervollständigte so die Grundlagen für noch heute geltende Richtlinien der Jagdfliegerei. Die von ihm entwickelte Luftkampftaktik des Vierfingerschwarms (NATO-Bezeichnung Finger-Four-Formation) bot damals schon große Vorteile bei der Verteidigung und dem Angriff des Schwarms und wird noch heute so geflogen.




Bundesarchiv

Werner Mölders (1913-1941) zählte im Zweiten Weltkrieg zu den höchstdekorierten deutschen Fliegern. Seine Lehrjahre erlebte er bei der Legion Condor.

Erfolgreichster deutscher Jagdflieger

Mölders selbst erzielte in seiner Zeit in Spanien insgesamt 14 Abschüsse. Darunter waren auch einige Polikarpow I-16 Ratas. Damit wurde er zum erfolgreichsten deutschen Jagdflieger auf der Seite der Legion Condor und wurde mit dem Spanienkreuz in Gold mit Brillanten ausgezeichnet.


Bis heute umstritten

Nach seiner Rückkehr dokumentierte und übermittelte er die erlangten Erfahrungen für die anderen Jagdflieger. Während des Zweiten Weltkriegs flog er ab September 1939 beim Jagdgeschwader (JG) 53. 1940 wurde er Kommodore des JG 51. Mölders kam am 22. November 1941 ums Leben, als er an Bord einer Heinkel He 111 im Anflug auf Breslau-Schöngarten war. Bis heute ist er nicht unumstritten – daher beschloss der damalige Verteidigungsminister Peter Struck im Jahr 2005, den Namen Mölders nach mehr als 32 Jahren von Kasernentoren und Einheiten der Luftwaffe zu streichen.


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