Erst durften sie nicht starten, jetzt sollen sie nicht bleiben dürfen: Die Sondererlaubnis für den Abflug der drei noch in Twente geparkten Lufthansa-Jumbos gilt bis 30. Juni. Der Airport will sie aber länger behalten – und streitet wieder mit der Luftfahrtbehörde.

Eigentlich schien alles geklärt: Nachdem die niederländische Aufsichtsbehörde für menschliche Umwelt und Verkehr (ILT) grünes Licht für den Abflug der in Twente abgestellten Boeing 747-400 erteilt hatte, holte Lufthansa drei der sechs Jumbo Jets ab. Die Maschinen gingen in die USA, wo sie zerlegt werden. Ursprünglich hatte der Twente Airport wohl damit spekuliert, dass Lufthansa die Dauerparker vor Ort würde verwerten lassen – denn zum Starten waren die 747 eigentlich zu schwer, dem Flughafen fehlte hierfür die nötige Genehmigung. Die gab es in Form einer Sondererlaubnis durch die ILT dann schließlich doch. Allerdings gibt es dabei einen Haken – und damit auch einen neuen Streitpunkt.




Twente Airport

Sechs Boeing 747-400 stellte Lufthansa Mitte 2020 in Twente ab. Drei sind inzwischen weg. Um die drei verbliebenen entbrennt neuer Streit.

„Unnötiger Umzug“

Denn die Sondererlaubnis für den Abflug gilt nur noch bis zum 30. Juni 2021. Bis dahin muss Lufthansa laut ILT die drei noch in Twente stehenden Jumbo Jets ausfliegen. Da diese drei Maschinen, im Unterschied zu den bereits gen USA gestarteten Twente-Jumbos, aber anscheinend noch nicht verkauft sind, müsste die Lufthansa bis zur Klärung ihres endgültigen Schicksals einen Ausweichparkplatz für sie finden. Wie das Nachrichtenportal rtv Oost berichtet, spricht der Flughafen Twente daher von einem „unnötigen Umzug“, der „unnötig hohe Kosten“ mit sich bringe. Denn der „Zwangsumzug“ würde den Airport nach eigenen Angaben rund 800.000 Euro kosten – darin enthalten seien Vertragsstrafen, Umzugskosten und entgangene Parkeinnahmen, erläutert rtv Oost.




AELS

Der Parkvertrag für die Lufthansa-Jumbos läuft noch bis Juni 2022. Solange will der Airport die Maschinen behalten.

Nächste Runde im Possenspiel

Der Flughafen wünscht sich deshalb von der ILT, dass diese ihre Sondererlaubnis um ein Jahr bis zum 30. Juni 2022 verlängert. Bis dahin gelte auch der mit der Lufthansa geschlossene Parkvertrag, heißt es aus Twente. Das würde etwaige Strafen bei Vertragsbruch vermeiden. Außerdem könnten die drei Jumbos „in einem Jahr genauso sicher abfliegen wie in diesem Jahr“, argumentiert der Airport-Betreiber. Laut rtv Oost leitet der Flughafen deshalb ein „vorläufiges Hilfsverfahren“ gegen die ILT ein. Wie dieses ausgeht, bliebt vorerst offen. Die nächste Runde im Possenspiel um die Lufthansa-Jumbos von Twente ist in jedem Fall eröffnet.


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