Großkampftag für Russlands Kampfflieger: Im Rahmen einer großen Übung operierten am Montag zahlreiche Flugzeuge von Marine und Luftwaffe über der Polarregion. Neben Tu-160, Tu-142 und Su-33 waren auch zwei MiG-31 unterwegs – und sorgten für eine historische Premiere.

Tupolew Tu-160 über der Barentssee, Tu-142 auf Elf-Stunden-Patrouille entlang der Küste Norwegens, dazu zwei Su-33 als Eskorte und MiG-31BM über dem Nordpol: Russlands Streitkräfte sorgten am Montag dieser Woche für Hochbetrieb im arktischen Luftraum. Grund war eine großangelegte Kommando- und Personalschulung der russischen Nordflotte, die noch immer andauert, und in deren Rahmen bereits in der vergangenen Woche drei russische U-Boote öffentlichkeitswirksam durch anderthalb Meter dickes Eis an die Wasseroberfläche stießen. Zum ersten Mal überhaupt, wie die russische Marine hinterher stolz verkündete.


Zum ersten Mal über den Nordpol

Doch nicht nur die Seebären der U-Boot-Flotte, auch die Marineflieger lieferten während der Großübung im hohen Norden einen historischen Moment: Erstmals überquerten am Montag zwei MiG-31BM während eines fünfstündigen Fluges den Nordpol. Laut Angaben der Nachrichtenagentur Tass meldete der Oberbefehlshaber der russsischen Marine, Nikolai Jemenow, den Meilenstein persönlich an Präsident Putin und teilte mit: „Im Rahmen einer Arktisexpedition führten zwei MiG-31-Jets zum ersten Mal in der Geschichte der russischen Marine einen Flug über den Nordpol durch.“ Unterwegs seien sie zweimal in der Luft betankt worden, so Jemenow weiter.



Tu-160 vor Norwegen

Die MiGs waren zuvor von der Arktis-Basis Nagurskaja auf Alexandraland, der Hauptinsel des Franz-Josef-Land-Archipels, gestartet. Der ganzjährig nutzbare Flugplatz, gelegen auf dem 80. nördlichen Breitengrad, ist mit seiner 3,5 Kilometer langen Runway die nördlichste Airbase der Welt. Von dort aus flogen die MiG-31 zunächst über den Nordpol, bevor sie wieder nach Süden abbogen, über der Barentssee zwei dort fliegende Tu-160 eskortierten und schließlich auf der Kola-Halbinsel landeten. Die Tu-160 wiederum hatten zuvor das Interesse der NATO geweckt, weil sie in internationalem Luftraum vor der norwegischen Küste operierten.



Luftvorsvaret

Die Tupolew Tu-142 wird von der russischen Marine als U-Boot-Jäger und Seepatrouillenflugzeug genutzt. Sie ist ein Derivat des Langstreckenbombers Tu-95.

NATO-Jets fangen Tu-142 ab

„Besuch“ von NATO-Jets erhielten auch die zwei Tu-142, die am Montag von der Kola-Halbinsel aus zu einem elfstündigen Aufklärungsflug gestartet waren. Anfangs begleitet von einer Rotte Su-33 der Marine, zogen die großen Turboprop-Viermots über die Barentssee, die Norwegische See und die Nordsee. Dabei seien die Tu-142 „zweimal von zwei F-16-Kampfflugzeugen der norwegischen Luftwaffe eskortiert“ worden, teilte der Pressedienst des russischen Verteidigungsministeriums mit. Auch britische Typhoons näherten sich demnach den russischen U-Boot-Jägern, als diese in den Luftraum über der Nordsee einflogen. Alle Operationen habe man jedoch „unter strikter Einhaltung der internationalen Regeln für die Nutzung des Luftraums durchgeführt“, betont das Ministerium. Nach Abschluss ihrer Mission landeten die Tu-142 auf dem Flugplatz Kipelowo in der Region Wologda.


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