Der NASA ist eine Premiere gelungen: Mit „Ingenuity“ hebt erstmals ein aerodynamisches, motorbetriebenes Fluggerät auf einem anderen Planeten ab. Vor dem Erstflug mussten die Ingenieure aber einige Probleme lösen.

Der Mars-Helikopter hat am 19. April seinen ersten, 39 Sekunden dauernden Schwebflug erfolgreich absolviert. „Ingenuity“ stieg bis auf drei Meter Höhe über der Oberfläche. Der rund 50 Zentimeter große Hubschrauber mit zwei insgesamt 1,2 Meter langen, gegenläufigen Rotorpaaren war am 18. Februar zusammen mit dem Rover „Perseverance“ auf dem Roten Planeten gelandet. „Ingenuity“ ist ein Technologiedemonstrator, er trägt keine wissenschaftlichen Instrumente, nur zwei Kameras.




NASA/JPL-Caltech/ASU

Der Mars-Helikopter „Ingenuity“ ist nur 49 Zentimeter hoch und 1,8 Kilogramm schwer.

Fliegen auf dem Mars ist eine besondere Herausforderung, denn die Dichte der Mars-Atmosphäre beträgt weniger als ein Prozent als jene der Erde. „Ingenuity“ ist deshalb sehr leicht. Auf der Erde wiegt der Helikopter nur 1,8 Kilogramm, auf dem Mars sind es sogar lediglich 680 Gramm. Um genügend Auftrieb zu erzeugen, muss das Rotorsystem sehr schnell drehen – zwischen 2000 und 3000 Umdrehungen pro Minute. Das kostet viel Energie. „Ingenuity“ verfügt über sechs Lithium-Ionen-Batterien, die mithilfe eines Solarpanels über den Rotoren geladen werden. Der kleine Hubschrauber fliegt vom Start bis zur Landung autonom, die Flüge werden jedoch im Vorfeld auf der Erde vorbereitet.


Weitere Flüge sind geplant

Im Rahmen der Mars-2020-Mission sind bis zu fünf Flüge von „Ingenuity“ geplant, mit zunehmender Schwierigkeit. Die meisten Flüge sollen in einer Höhe von drei bis fünf Metern stattfinden und den Hubschrauber bis zu 70 Meter um den Startpunkt herum und zurück führen. Die einzelnen Flüge sollen jeweils nur rund 90 Sekunden dauern. Der nächste Test findet frühestens am 22. April statt.


Die internationale Zivilluftfahrtorganisation ICAO hat „Ingenuity“ nach dem Erstflug übrigens einen eigenen ICAO-Code zugewiesen: IGY. Funkrufzeichen ist INGENUITY.


Der Erstflug von „Ingenuity“ hatte wegen technischer Schwierigkeiten verschoben werden müssen. Zuletzt hatte die Steuerungssequenz der Flugkontrollsoftware für Probleme gesorgt. Die Ingenieure hatten deshalb ein Softwareupdate programmiert und auf den Mars-Hubschrauber aufgespielt.


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