Cathay Pacific hadert mit ihrem Auftrag für die Boeing 777-9. Die Airline will laut einem Zeitungsbericht weniger Maschinen abnehmen als bestellt. Emirates fordert von Boeing derweil Einblick in Testflugdaten – und denkt ebenfalls laut über einen Teilaustieg nach.

Cathay Pacific überdenkt ihre Flottenstrategie. Die Airline werde ihren Auftrag für die 777-9 von 21 auf „10 bis 15“ Flugzeuge kürzen, meldet die „South China Morning Post“. In jedem Fall will die schwer von der Pandemie gebeutelte Airline aus Hongkong den Lieferbeginn mindestens bis 2025 verschieben. Boeing wird die ersten 777-9 ohnehin frühestens Ende 2023 ausliefern, um strengere Anforderungen der europäischen Luftfahrtbehörde EASA in der Flugsteuerung des neuen Jets umzusetzen.


Emirates unzufrieden

Zuletzt hatte sich Emirates wenig zufrieden über die schleppenden Fortschritte der 777-9 geäußert. Emirates-Chef Tim Clark merkte vergangene Woche an, dass die Flugerprobung der 777-9 mittlerweile über ein Jahr läuft. „Wir sind jetzt im April 2021 und haben weder bei Auslieferungen noch Leistungswerten Planungssicherheit“, sagte Clark auf einer virtuellen Branchenkonferenz. „Die Testflüge müssen zeigen, was dieses Flugzeug kann.“ Clark rechnet mit den ersten 777-9 nicht vor 2024. „Vielleicht wird es aber auch 2025“, sagte der Manager. Emirates hatte den Auftrag bereits 2019 von 156 auf 126 Flugzeuge zurückgeschraubt und die Lücke mit 787 gefüllt.



787 statt 777-9?

Der Airlinechef warnte Boeing jetzt, einen noch größeren Teil des 777X-Auftrags auf die 787 umzuschreiben, wenn das Flugzeug zugesagte Leistungswerte verfehlen sollte. Boeing hatte den sicheren Auftragsbestand für die 777-9 im Februar bereits um 38 Prozent auf 191 Flugzeuge korrigiert. Der Hersteller fürchtet, dass die Krise weitere Aufträge kostet – und Airlines in Zukunft auf kompakte Langstreckenjets wie die 787 oder den Airbus A350 setzen werden.


Etihad rangiert 777-300ER und A380 aus

Etihad Airways hat vergangene Woche die Stilllegung aller 19 Boeing 777-300ER beschlossen. Die Airline will ihre Strategie stärker „an der 787 und A350-1000“ ausrichten und verbannt auch ihre A380-Flotte ins Flottenexil nach Teruel – mit der A6-APG und A6-APJ haben inzwischen zwei A380 Abu Dhabi verlassen.


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