In Ecuador arbeiten private Aktionäre immer noch daran, die einstige Staats-Airline Ecuatoriana wiederzubeleben. Nun hat sich die neue Ecuatoriana erstmals konkret zur künftigen Flotte geäußert. Flaggschiff soll demnach die Boeing 717 werden – eine echte Exotin.

Nein, die Boeing 717 war kein Erfolgsmodell. Das lag aber nicht daran, dass sie von Haus aus so viel schlechter war als vergleichbare Flugzeuge – sondern eher an ihrer Rolle als ungeliebtes Stiefkind. Entwickelt wurde die 717 nämlich gar nicht von Boeing, sondern von McDonnell Douglas. Dort firmierte sie als MD-95 und trat an, die erfolgreiche DC-9/MD-80-Familie in dritter Generation fortzuführen. Jedoch kam 1997 die Fusion von Boeing und McDonnell Douglas dazwischen. Die MD-95 hieß fortan Boeing 717 und hob am 2. September 1998 erstmals ab, doch nur 156 Exemplare des Kurzstreckenjets verließen die Werkshallen im kalifornischen Long Beach.




Volotea

Die Boeing 717 war vor allem als Gebrauchtjet erfolgreich. Europas einziger 717-Betreiber Volotea (Foto) hat den Hecktriebler inzwischen ausgemustert.

717 „perfekt für Ecuador“

Diese 156 allerdings erwiesen sich als ziemlich zähe Brocken. Ein großer Teil fliegt heute noch, vor allem bei den US-Carriern Delta und Hawaiian. Zwar geht ihr Stern auch dort allmählich unter, doch offenbar schickt sich ein wenig weiter südlich eine neue Airline an, mit der 717 in die Zukunft zu fliegen. Ecuatoriana Airlines aus Ecuador arbeitet fleißig an ihrem Comeback – und hat nun angekündigt, dass der Hecktriebler aus Long Beach bei den Flottenplänen eine Hauptrolle erhält: „Nach sorgfältiger Planung, Recherche und Analyse“ habe sich das Management entschieden, „auf die Boeing 717-200 zu setzen“, schreibt Ecuatoriana in einer Pressemitteilung. Der Zweistrahler passe dank seines Leistungsprofils „perfekt in die Geographie Ecuadors und der Region“. Selbiges gilt für die De Havilland Dash 8-Q400, die Ecuatoriana ebenfalls einsetzen will – vor allem „für Inlands-Kurzstreckenflüge von weniger als anderthalb Stunden Dauer.“




DHC

Auch die Dash 8-Q400 spielt in den Plänen von Ecuatoriana eine Rolle. Sie soll die Kurzstrecken im Inland übernehmen.

Derzeit noch kein AOC

Woher die Airline die Maschinen beziehen möchte und wie viele sie anschaffen will, darüber herrscht vorerst Schweigen. Eine Anfrage der FLUG REVUE blieb bisher unbeantwortet. Primär geht es für Ecuatoriana jedoch erst einmal darum, überhaupt eine Betriebserlaubnis (AOC) zu erhalten. Hier laufen die Dinge offenbar nicht ganz so rund wie erhofft: „Obwohl wir in dieser Hinsicht aufgrund diverser aktueller Restriktionen nicht so vorankommen konnten, wie wir es uns gewünscht hätten, arbeiten wir weiter auf dieses Ziel hin“, erklärt die Airline, die dem Namen des 2006 liquidierten Nationalcarriers von Ecuador neues Leben einhauchen möchte. Immerhin eine handfeste Neuerung soll die laufende Woche noch mit sich bringen: Am 29. April will Ecuatoriana ihren offiziellen Markenauftritt vorstellen.


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