Mit 88 Jahren ist der französische Ingenieur Bernard Ziegler verstorben, der als einer der Väter der elektronischen Flugsteuerung bei Airbus gilt. Das seinerzeit radikale und nicht unumstrittene Konzept setzte erstmals auf einen zwischengeschalteten Computerfilter für die Steuerbefehle der Piloten, der das Flugzeug automatisch immer im sicheren Flugbereich hält.

Airbus meldete den Tod von Bernard Ziegler am Mittwoch. Der Ingenieur war bei Airbus an der Entwicklung und Einführung der elektronischen Flugsteuerung maßgeblich beteiligt. Diese wird heute in allen Verkehrsflugzeugen des Unternehmens eingebaut. Ziegler wurde 1933 in Boulogne sur Seine geboren und absolvierte die elitäre „Ecole Polytechnique” 1954. Neben weiteren Abschlüssen an Ingenieur- und Flugschulen, darunter Ecole Nationale de l’Air, Ecole de Chasse, Ecole Nationale Supérieure de l’Aéronautique, Ecole du Personnel Navigant Essais, flog er zehn Jahre lang Jagdflugzeuge bei der französischen Luftwaffe.


Erstflugpilot der A300


1972 kam er als Cheftestpilot zu Airbus und baute die Flugtestabteilung auf. 1972 saß er beim Erstflug der A300 am Steuer, die noch konventionell elektrohydraulisch und mit Steuerhorn und Dreimanncockpit kontrolliert wurde. Auch an den Testprogrammen der A310, A320 und A340-200 war er beteiligt. Nach jahrzehntelanger Airbus-Mitarbeit, zuletzt als Senior Vice President of Engineering, schied Bernard Ziegler Ende 1997 bei Airbus in den Ruhestand aus.


Mehr Sicherheit, weniger Verbrauch


Entscheidend war sein Beitrag zur neuen Steuerung der A320 mit Sidesticks und Elektronik. Hierbei überträgt der Computer die Steuerimpulse elektronisch an die Ruderflächen und optimiert die Signale. Ein Airbus hält eine einmal am Steuer eingeleitete Schräglage automatisch und fliegt eine saubere Kurve ohne Höhengewinn oder -verlust so lange weiter, bis der Pilot einen neuen Steuerbefehl gibt. Auch für die Struktur des Flugzeugs gefährliche Befehle, wie extrem starkes Abfangen oder Kunstflugmanöver, dämpft oder verhindert die Elektronik. Aber auch im Alltag hilft die Elektronik mit sehr widerstandsarmem Rudereinsatz und niedrigem Verbrauch.


Elektronische Flugsteuerungen sind wegen ihrer Vorteile heute standardmäßig in viele Verkehrsflugzeuge eingebaut, auch bei anderen Herstellern wie Boeing (777 und 787), Embraer und Bombardier (CSeries/A220), COMAC, Suchoi oder Irkut.


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