Der Prototyp der neuen Generation des Amphibienflugzeugs musste sich vor Kurzem in einem Standschwingungsversuch bewähren. Der Test ist Teil des Zulassungsverfahrens.

Bei dem „Ground Vibration Test“ wurde die Seastar am Boden gezielt durch elektrodynamische Erreger in Schwingung versetzt, um Belastungen im Flug zu simulieren und das dynamische Verhalten der Struktur zu untersuchen. Forscher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) führten die Versuche kürzlich in Oberpfaffenhofen im Auftrag der Dornier Seawings GmbH, einem chinesisch-deutschen Joint Venture, durch.


Wichtiges Element der Zulassungstests

Standschwingungsversuche sind ein wichtiges Element der Zulassungstests, die jedes neue Flugzeug durchlaufen muss. Sie dienen unter anderem der Überprüfung und Verbesserung des Computermodells, aber auch der Vorhersage von Schwingungsamplituden im Betrieb. Das soll dabei helfen, Flatterrisiken im Flug auszuschließen. Solche selbsterregten Schwingungen eines Flugzeugs können im schlimmsten Fall zum Bruch von Bauteilen führen.


Schwingungserreger

„Bei der Dornier Seastar bestand eine Herausforderung darin, das auf der Rumpfoberseite liegende Triebwerk mit sogenannten Schwingungserregern zu erreichen und mit diesen ausreichend in Schwingung zu versetzen“, so der Versuchsleiter Julian Sinske vom DLR-Institut für Aeroelastik in Göttingen. Die Anregung der Triebwerke geschah nach Angaben des DLR mithilfe eines Krans und eines speziellen Gestells, mit dem der Schwingungserreger in Position gebracht wurde. Die Forscher installierten insgesamt 180 Sensoren auf der Flugzeugoberfläche, um die Auswirkung der in Schwingung versetzten Bauteile zu messen. Die Göttinger Aeroelastiker des DLR gelten als Experten auf dem Gebiet von Standschwingungsversuchen. Sie führten bereits entsprechende Tests am Airbus A350 und der Beluga XL durch.


Neue Generation der Seastar

Entwickelt wurde die Dornier Seastar bereits in den 1980er-Jahren von Claudius Dornier jr., dem ersten Sohn des Flugzeugkonstrukteurs Claude Dornier. Das Amphibienflugzeugerhielt Anfang der 1990er-Jahre die Zulassung in der damaligen Konfiguration, allerdings wurde das Programm aufgrund mangelnder Gelder eingestellt. Am 28. März 2020 hob der Prototyp SN1003, eine neue Generation der Seastar, zum Erstflug ab.


Daten Dornier Seastar

Typ: Amphibienflugzeug
Besatzung: 2
Passagiere: bis 12
Antrieb: 2 x Pratt & Whitney Canada PT6A-135A
Startleistung: je 480 kW
Reiseleistung: je 370 kW
Länge: 12,7 m
Höhe: 4,73 m
Spannweite: 17,74 m
Flügelfläche: 30,6 m2
Max. Startmasse: 5100 kg
Nutzlast: 1300 kg
Max. Reichweite: 1665 km
Max. Reisegeschwindigkeit: 333 km/h
Max. Flughöhe: 4575 m


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