Der Airbus A340 ist eine aussterbende Spezies. Das gilt auch, und ganz besonders, für die größte Version A340-600. Doch in England setzt ein Cargo-Carrier seit Mitte 2020 ganz auf dieses Flugzeug – obwohl es die A340-600 eigentlich gar nicht als Frachter gibt.

Der Flughafen Bournemouth an der Südküste Englands ist momentan Europas bevorzugter Zufluchtsort für aussortierte A340-600. Grund dafür ist die britische Fracht-Airline European Cargo, eine Tochter der European Aviation Group, die in Bournemouth ihren Sitz hat. Gleich vier A340-600 setzt European Cargo derzeit ein, zwei weitere stehen geparkt in Bournemouth. Vier der sechs Maschinen flogen zuvor bei Virgin Atlantic, die bereits 2019 damit begann, ihre A340-600 auszusortieren. Mit Hereinbrechen der Coronakrise schlug dann das letzte Stündchen der Vierstrahler. Im März 2020 schieden sie bei Virgin endgültig aus dem aktiven Dienst aus.


Corona als Startsignal

Die Coronakrise aber war es letztlich auch, die den A340-600 eine Karriere im Frachtsektor eröffnete. Schon im April 2020 begann European Cargo damit, mit einer der Maschinen im Auftrag des britischen Gesundheitsdiensts medizinische Hilfsgüter aus Asien zu importieren. Im Mai stieß eine zweite A340-600 zur Flotte, im Juli eine dritte und im Februar 2021 schließlich drei weitere. Alle Flugzeuge wurden für den Einsatz als Frachter ihrer Passagiersitze entledigt, um auf dem Hauptdeck Platz für Paketfracht zu schaffen. Heute fliegt European Cargo nicht mehr nur medizinische Fracht, sondern nach eigenen Angaben Post, Autos und „Güter aller Art“. Vor allem das stark wachsende E-Commerce-Geschäft scheint der Airline dabei in die Karten zu spielen. Beflogen werden der Ferne Osten, die USA, Afrika und die Arabischen Emirate.



Maleth Aero

Für den Gesundheitsdienst NHS transportiert European Cargo nach wie vor medizinische Schutzausrüstung. Doch auch andere Geschäftsfelder rücken in den Fokus.

Große Nutzlast, große Reichweite

Für den operativen Betrieb der A340-600 zeichnet European Cargo jedoch nicht selbst verantwortlich. Vielmehr stützen sich die Briten auf das Charterunternehmen Maleth Aero, das die Vierstrahler seinerseits im Leasing betreibt. Leasinggeber ist die Muttergesellschaft European Aviation. Einen Umbau zu „richtigen“ Frachtern streben die Beteiligten offenbar nicht an – demnach fehlt den A340 auch ein großes Ladetor im Rumpf zum schnellen Be- und Entladen des Hauptdecks. Die Kapazität der A340-600 kann sich aber auch so sehen lassen: Laut European Cargo fasst jeder der Vierstrahler bis zu 40 Tonnen Fracht in der Kabine und weitere 52 Tonnen im Unterdeck. Hinzu kommt die enorme Reichweite der A340-600. Diese versetze European Cargo in die Lage, „nonstop über große Entfernungen zu fliegen“, heißt es auf der Webseite der Airline.


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