Mehr als ein Jahr lang war die schönste Boeing 747-8 der Lufthansa-Flotte zum Nichtstun verdammt: Seit Ende März 2020 stand die im Retro-Look lackierte D-ABYT am Frankfurter Flughafen. Gestern hob sie erstmals wieder mit Passagieren ab. Eine weitere 747-8i folgt bald.

Es war ein ziemlich trister Anblick: Eingemottet und mit nur zwei statt vier GEnx-Turbofans, diese dafür sorgsam verpackt, konnte man Anfang des Jahres den Retro-Jumbo der Lufthansa mit dem Kennzeichen D-ABYT in Frankfurt erblicken. Damit hatte es die „Yankee-Tango“ aber immerhin noch besser erwischt als manche ihrer Schwestermaschinen: die tummelten sich zum Teil als gänzlich antriebslose 747neo („no engine option“) auf den Parkflächen. Im Corona-Frühjahr 2020 hatte die Lufthansa das Gros ihrer 747-Flotte bis auf Weiteres gegroundet. Den Retro-Jumbo traf es am 29. März. Seither stand das heute sechs Jahre alte Flugzeug in Frankfurt. Schlepps zu wechselnden Parkpositionen waren während der Zwangspause die einzigen Trips, die der „Yankee-Tango“ vergönnt waren.



Zurück im Dienst

Dieses Trauerspiel aber hat nun ein Ende: In den vergangenen Wochen klopften Lufthansa-Techniker den Staub vom Rumpf des Retro-Jets und bereiteten ihn Schritt um Schritt auf seine Rückkehr in den Dienst vor. Am 1. Juni schließlich startete die D-ABYT um 12 Uhr mittags zu einem ersten, gut 100 Minuten währenden Testflug. Der verlief wohl nach Plan, denn schon zwei Tage später war das Comeback vollzogen: Am 3. Juni um 21:40 Uhr hob sich der Jumbo erstmals seit über 14 Monaten mit Passagieren in den Frankfurter Abendhimmel und landete elf Stunden und 40 Minuten später am internationalen Flughafen von São Paulo. Am Samstagvormittag wird sie wieder in Frankfurt erwartet.

Bald wieder 13 Boeing 747-8I im Dienst

Die D-ABYT, ausgeliefert Ende März 2015, ist eines von bis zu 50 Flugzeugen, das die Lufthansa wegen steigender Reisenachfrage aus dem Corona-Tiefschlaf holt. „Seit acht Wochen wachsen die Buchungszahlen stabil, in der vergangenen Woche mit einem deutlichen Sprung nach oben. Das waren die stärksten sieben Tage seit April 2020“, sagte Vorstandsmitglied Harry Hohmeister Ende Mai gegenüber der Funke-Mediengruppe. Für Flüge im Juli und August sei die Nachfrage „zehn- bis elfmal so hoch wie noch vor vier Wochen“, so Hohmeister weiter. Von den 19 Boeing 747-8I in der Kranich-Flotte sind mittlerweile wieder zwölf aktiv. Demnächst wird mit der zuvor in Hamburg eingelagerten D-ABYA das 13. Flugzeug hinzustoßen.


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