Jede Menge Action gab es gestern über den neutralen Gewässern der Ostsee: Zwei Tupolew Tu-160 der russischen Luftwaffe stiegen, begleitet von vier Flanker-Kampfjets, zu einer mehrstündigen Mission auf. Die NATO antwortete mit Abfangjägern aus drei Nationen.

Dass russische Kampfflugzeuge in der Luft auf Kampfjets der NATO treffen, gehört über der Ostsee fast zum Alltag. Beide Seiten sind im internationalen Luftraum recht aktiv – nicht nur in Nordeuropa, sondern auch in anderen Weltregionen. Das gilt auf russischer Seite vor allem auch für die Strategischen Bomber, die regelmäßig zu derartigen Missionen aufbrechen. Das russische Verteidigungsministerium erklärt dazu: „Langstreckenbomber fliegen regelmäßig über die neutralen Gewässer der Arktis, des Nordatlantiks, des Schwarzen Meers und der Ostsee sowie des Pazifischen Ozeans.“ Dabei lege man allerdings größten Wert auf die Einhaltung geltender Regeln.



Das größte Kampfflugzeug der Welt

Trotz der vermeintlichen Routine und des gegenseitigen Abtastens, dürfte der Anblick herannahender Tupolew Tu-160 für die meisten Piloten der NATO-Alarmrotten dennoch den Puls etwas höherschlagen lassen. Immerhin handelt es bei dem Mach 2 schnellen Schwenkflügler um das Kronjuwel der russischen Bomberflotte und das größte Kampfflugzeug der Welt.


Am gestrigen Dienstag starteten auf dem russischen Luftwaffenstützpunkt in Engels abermals zwei Tu-160 in Richtung Ostsee. Sie gehörten zum 121. Schweren Bombenfliegerregiment, das auf dem in der Oblast Saratow in Südwestrussland gelegenen Fliegerhorst seine Heimat hat. Während ihrer achtstündigen Mission über der Ostsee erhielten die Tu-160 Geleitschutz in Gestalt zweier Suchoi Su-35S der russischen Luftwaffe sowie ebenfalls zweier Su-27 der Baltischen Flotte der russischen Marine.




Russisches Verteidigungsministerium

Die Ostsee aus der Tu-160-Pilotenperspektive. Die beiden Bomber kamen vom russischen Luftwaffenstützpunkt Engels.

Eskorte aus drei NATO-Staaten

Die NATO antwortete auf das russische „Kampfjet-Paket“ multinational: So stiegen nacheinander italienische F-35A, F-16 der dänischen Luftwaffe sowie schwedische Gripen auf, nahmen die russischen „Eindringlinge“ in Empfang und beobachteten sie mit Argusaugen. Für die Italiener, die seit Mai im estnischen Ämari stationiert sind und dort am Baltic Air Policing der NATO teilnehmen, war es bereits die zweite Begegnung mit Flugzeugen aus Russland binnen einer Woche. Beim ersten Mal fingen sie mit ihren F-35A eine Antonow An-12 ab, die auf ihrem Weg in die russische Exklave Kaliningrad von einer Suchoi Su-30SM begleitet wurde. Zwei Tu-160 im Verbund mit insgesamt vier Flanker-Kampfjets sind im Vergleich dazu aber schon eine andere Hausnummer…


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