Die Ukraine und Russland stehen seit 2014 im Konflikt. Noch immer fliegt die ukrainische Luftwaffe allerdings Kampfjets aus Sowjet-Zeiten. Ein Manko, das sich ändern soll – schnellstmöglich. Lockheed Martin bietet der Ukraine nun die neueste Version der F-16 an.

Früher Brüder, heute Gegner: Das Tischtuch zwischen der Ukraine und dem russischen Nachbarn im Osten ist seit Jahren zerschnitten. Doch einfach hinfortwischen lassen sich die Spuren der gemeinsamen Geschichte nicht – auch wenn vor allem die Ukrainer es gern anders hätten. Das gilt zum Beispiel für die ukrainische Luftwaffe. In deren Repertoire finden sich bis heute ausschließlich Flugzeuge aus sowjetischer Produktion. Die Speerspitze der Luftverteidigung bilden MiG-29 und Su-27, für den Erdkampf gibt es die Su-25, als Jagdbomber die Su-24. Selbst die Flugabwehr-Einheiten sind mit russischen Raketen ausgestattet.




Lockheed-Martin

Die F-16 ist ein Kampfjet-Dauerbrenner. Mehr als 4.600 Exemplare wurden bislang gebaut und in gut zwei Dutzend Länder verkauft.

Block 70/72 statt F-35

Die ukrainische Regierung blickt auf diesen Zustand mit Argwohn und würde sich – nicht nur auf diesem Gebiet – gern mehr dem Westen zuwenden. Im April 2021 liebäugelte das Verteidigungsministerium sogar öffentlich mit der Beschaffung der F-35 Lightning II. Die Resonanz aus den USA fiel allerdings sehr zurückhaltend aus, zumal es der Ukraine am dafür notwendigen Kleingeld fehlen dürfte. Stattdessen flatterte den Ukrainern nun aber ein anderes Angebot aus den Staaten ins Haus: Lockheed Martin schlägt vor, als Ersatz für die MiG-29 und Su-27 die F-16 zu beschaffen. Konkret geht es um Flugzeuge der Version Block 70/72 – also der modernsten und neuesten Variante im durchaus üppigen F-16-Stammbaum, mit Hightech-Avionik, AESA-Radar und Farbdisplay-Cockpit.



Beliebt und leistungsstark

Unter Rücksicht auf die finanzielle Lage der Ukraine garniert Lockheed Martin seine Offerte mit der Wahlmöglichkeit zwischen fabrikneuen F-16 und auf den Standard 70/72 hochgerüsteten Gebrauchtflugzeugen. In beiden Fällen erhielte die ukrainische Luftwaffe einen hochentwickelten, einsatzerprobten und etablierten Kampfjet der vierten Generation, mit konkurrenzfähiger Leistung zu einem attraktiven Preis. Nicht umsonst erfreut sich die F-16, als eine Art „Volkswagen“ unter den Fightern, gerade auch in weniger solventen Ländern großer Beliebtheit. So stehen bei Lockheed Martin für die F-16 Block 70/72 bereits Bestellungen aus Bahrain, Bulgarien, der Slowakei und Marokko im Orderbuch. Staaten wie Taiwan und Südkorea lassen ihre alten F-16 auf den neuen Standard aufrüsten. Gerade erst hat die US-Regierung außerdem den Verkauf von zwölf F-16 Block 70/72 an die Philippinen genehmigt.


UAV DACH: Beitrag im Original auf https://www.flugrevue.de/militaer/ersatz-fuer-mig-29-und-su-27-lockheed-martin-bietet-der-ukraine-die-f-16-an/, mit freundlicher Genehmigung von FLUG REVUE automatisch importiert. Der Beitrag gibt nicht unbedingt die Meinung oder Position des UAV DACH e.V. wieder. Für die Inhalte ist der UAV DACH e.V. nicht verantwortlich.