Die Verhandlungen über die Zukunft der Cockpitarbeitsplätze bei Lufthansa treten in die entscheidende Phase. Lufthansa will die Piloten „in Kürze“ über Eckpunkte eines Freiwilligenprogramms informieren – und die Krisenvereinbarung nicht über 2022 hinaus verlängern.

Langsam drängt die Zeit: Lufthansa und die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit ringen für den Neustart nach der Krise um einen Interessenausgleich, einen Sozialplan und ein Freiwilligenprogramm. „Über die Inhalte des Freiwilligenprogramms können wir Sie hoffentlich in Kürze informieren“, meldete Lufthansa den Piloten am Montag im Crewportal einen ersten Durchbruch. Frühpensionierungen und Abfindungen werden aus Lufthansa-Sicht bei geplanten Personalkürzungen gleichwohl ohnehin eine untergeordnete Rolle spielen.


Lufthansa – die Flotte des Kranichs



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Lufthansa aktiviert Einigungsstelle

„Bei Freiwilligenprogrammen ist die Bereitschaft unter Piloten in jeder Krise geringer als bei Kabinen- und Bodenmitarbeitern“, hatte Lufthansa-Chef Carsten Spohr Ende April mit Blick auf die Pilotentarifverträge der Hauptairline festgestellt. „Letztes Jahr haben uns (…) drei Piloten verlassen – außer denen, die altersmäßig ausgeschieden sind.“


Viel wichtiger ist für Lufthansa eine Einigung zum Interessenausgleich. Hier will Lufthansa das Verhandlungstempo in einer „Einigungsstelle“ erhöhen. Die Einberufung dieser innerbetrieblichen Schlichtungsinstanz besiegelt zeitgleich das Ende der aktuellen Krisenvereinbarung in spätestens acht Monaten.


„Gespräche zu langfristigen Lösungen“

Lufthansa schlägt eine Verlängerungsoption der Krisenvereinbarung aus. „Damit endet der Kündigungsschutz entsprechend TC Krise 2 am 31. März 2022“, stellten die Lufthansa-Topmanager Ola Hansson und Karl-Hermann Brandes in einer ersten Fassung der Crewportal-Meldung klar. Am Montagnachmittag hat Lufthansa diese Passage aus der Crewportal-Meldung gestrichen. Anstelle der Verlängerungsoption werde Lufthansa „unternehmensseitig mit der Vereinigung Cockpit in Gespräche zu langfristigen und strukturellen Lösungen eintreten“, heißt es seither in der entschärften Version.


Lufthansa will in einem neuen Tarifpaket nach der Krise flexiblere Arbeitszeiten festschreiben. „Über verpflichtende Teilzeitmodelle gibt es am ehesten die Chance, alle an Bord zu halten“, sagte Spohr im April. „Letztendlich machen dann fünf Piloten den Job von vier – jeder fliegt 80 Prozent und dafür muss keiner gehen.“