Totgesagte leben länger – dieser Spruch hat bei Lufthansa Konjunktur. Nachdem der Kranich bereits bekanntgab, fünf eingelagerte Airbus A340-600 zu reaktivieren, kehrt nun auch die Boeing 747-400 in die Flotte zurück. Die ersten drei werden gerade ausgemottet.

Die Schutzhüllen um die Triebwerke steuerbord sind bereits entfernt, die Kabinenfenster liegen frei, ebenso die Cockpitscheiben: Auf Europas größtem Flugzeugfriedhof, im spanischen Teruel, erwacht eine ältere Dame zu neuem Leben. Die Boeing 747-400 der Lufthansa, Kennzeichen D-ABTK, schlummert seit Ende April in der Sonne Aragoniens, nachdem sie zuvor fast ein Jahr tatenlos auf dem Flughafen Twente in den Niederlanden stand. Nun scheint sie ein unverhofftes Comeback zu feiern: Lufthansa hatte die 747-400 schon abgeschrieben, plant aber jetzt wohl doch wieder mit dem Muster. Noch im Spätsommer könnte die „Tango-Kilo“ wieder Passagiere fliegen.




Patrick Zwerger

Lufthansa will die Boeing 747-400 für eine Übergangszeit zurück in den aktiven Dienst holen. Die Vierstrahler sind im Schnitt rund 21 Jahre alt.

Nordamerika und Indien

Wie das Portal „Simple Flying“ nach Auswertung von Cirium-Flugplandaten meldet, will die Lufthansa ab September mit der 747-400 Toronto und Washington in Nordamerika sowie Bangalore, Delhi und Mumbai in Indien anfliegen. Auch in der Buchungsmaske ist das Muster wieder aufgeführt. Lufthansa selbst hat inzwischen bestätigt, dass tatsächlich ein Comeback der 747-400 geplant sei, schweigt sich über weitere Details jedoch noch aus. Gemäß der Webseite „Lufthansa Group Fleet“ befinden sich aktuell neben der D-ABTK in Teruel noch zwei weitere 747-400 im Reaktivierungsprozess: die in Hamburg geparkte D-ABVM und die noch in Twente stehende D-ABVX. Wie viele der acht noch zur Kranich-Flotte zählenden -400er-Jumbos letztendlich zurückkehren, ist unklar.




Lufthansa

Auch der Airbus A340-600 feiert bei Lufthansa ein Comeback auf Zeit.

Comeback mit Ablaufdatum

Klar ist jedoch, dass das Comeback der im Schnitt gut 21 Jahre alten Vierstrahler nur von begrenzter Dauer sein wird – ähnlich wie auch das Revival der fünf A340-600, die Lufthansa im kommenden Jahr nach München zurückholt. Schon vor Corona stand fest, dass beide Muster die LH-Flotte bis 2025 verlassen müssen. Während Lufthansa die mit First Class bestückten A340-600 bis zur Ankunft der ersten adäquat ausgestatteten A350 einsetzen will, werden die reaktivierten 747-400 wohl von der Boeing 777-9 abgelöst. Deren Einflottung scheint sich allerdings zu verzögern – denn das Muster kämpft mit Problemen, die einer Zulassung im Wege stehen.


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