Ein falsch gesteckter Pin wird für British Airways teuer. In Parkposition ist eine Boeing 787-8 der Airline im Juni auf die Nase gesackt. Besonders ärgerlich: British Airways war eigentlich lange vorgewarnt.

Flughafen London-Heathrow, 18. Juni 2021: an Außenposition 583 wird die Boeing 787-8 G-ZBJB auf einen kurzen Frachtflug nach Frankfurt vorbereitet. Im Cockpit will der Chefingenieur noch einige Wartungsmeldungen löschen – streng nach Checkliste. Die schreibt unter anderem eine Aktivierung der Hydraulik und ein zweifaches Umlegen der Fahrwerkshebel vor: einziehen und direkt wieder ausfahren. An den Gelenken sollen Stifte die Fahrwerk gegen ein tatsächliches Einfahren sichern – doch der Pin im Bugfahrwerk steckt in einer wirkungslosen Stelle: die 787 zieht ihr Fahrwerk in den Schacht und liegt Sekunden später auf der Nase.


Fehler der Techniker

„Dies hat Schäden am unteren Bug, an Türen und an Triebwerksverkleidungen verursacht“, hält die britische Flugunfallstelle AAIB fest. „Tür 2L schlug gegen die Oberkante einer Treppe, was dazu führte, dass die Tür vom Rumpf abgerissen wurde und eine Person, die den am vorderen Frachtraum positionierten Cargoloader bediente, leichte Verletzungen davontrug.“ Die Ursache ist schnell geklärt. Den Technikern ist ein Fehler unterlaufen – statt den Pin an der Sicherungsposition zu installieren, führten sie den Stift in einen Ring ein, „der sich direkt neben der korrekten Stelle befindet“, rekonstruiert der Bericht. „Nachdem der Fahrwerksschalter betätigt wurde, ist das Bugfahrwerk eingefahren.“



AAIB

Falsch platzierter Pin.

Lange bekannte Verwechslungsgefahr

Der gleiche Hergang hatte 2018 bereits bei einem anderen Betreiber zum Einfahren des Bugfahrwerks einer stehenden 787 geführt. Boeing hatte Airlines daraufhin im März 2019 per Service Bulletin auf das latente Verwechslungsrisiko hingewiesen – und die Installation einer kleinen Verschlusskappe auf dem irreführenden Ring empfohlen. Die US-Luftfahrtaufsicht FAA schloss sich der pragmatischen Lösung im März 2020 in einer Lufttüchtigkeitsanweisung an, räumte Betreibern aber 36 Monaten Umsetzungszeit ein.


British Airways begnügte sich im April 2020 zunächst mit einem technischen Hinweis an Wartungscrews – und hat die behördliche Frist Monat um Monat weiter ausgereizt. Nach dem Zwischenfall in London werde die Airline „die Umsetzung der Lufttüchtigkeitsanweisung beschleunigen“, ist dem AAIB-Bericht zu entnehmen.


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