Schon im Mai war klar, dass Malaysia Airlines ihre sechs abgestellten Airbus A380 nicht reaktivieren will. Nun bietet der Carrier die Teilflotte via LinkedIn zum Verkauf an. Interessenten können sich bis 12. August bewerben. Wer will einen Superjumbo haben?

An sich hätten sie noch viele Jahre vor sich – doch für Malaysia Airlines werden sie nicht mehr fliegen: Nur gut neun Jahre beträgt das Durchschnittsalter der sechs A380, die der Flag Carrier Malaysias zwischen Mai 2012 und März 2013 übernahm. Richtig glücklich waren die Asiaten nie damit. Schon weit vor Corona avancierten die Riesenjets zum Klotz am Bein der darbenden Fluglinie. Allenfalls für Pilgerflüge nach Mekka und für Rettungsaktionen gestrandeter Touristen, etwa nach der Pleite von Thomas Cook 2019, blieben sie erste Wahl. Mit Hereinbrechen der Pandemie legte Malaysia Airlines die A380 im Frühjahr 2020 an die Kette. Nur einmal machte ein malaysischer Superjumo seither noch Schlagzeilen: Anfang Mai 2020 absolvierte die Maschine mit dem Kennzeichen 9M-MNF den weltweit ersten reinen Frachtflug einer A380. In ihrem Kellergeschoss flog sie 26 Tonnen E-Commerce-Güter aus China nach London.




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Im Mai 2020 absolvierte Malaysia Airlines den weltweit ersten reinen Frachtflug einer A380. Transportiert wurden 26 Tonnen E-Commerce-Güter im Unterdeck.

Gebot abgeben, bitte!

Nur gut ein Jahr später, Ende Mai 2021, gab Malaysia Airlines offiziell bekannt, die A380 dauerhaft aus der Flotte zu nehmen. Vor wenigen Tagen nun inserierte der Carrier über die Business-Plattform LinkedIn, dass man eine „offene Ausschreibung für den Verkauf von sechs (6) AIRBUS 380-800 und/oder deren Komponenten“ gestartet habe. Angebote von möglichen Käufern nimmt Malaysia Airlines bis zum 12. August um Mitternacht per E-Mail entgegen.


Dass der Anteil ernstgemeinter Anfragen, die bis dahin im Postfach landen werden, eher überschaubar sein dürfte, ist auch Malaysia Airlines bekannt. Denn die A380 war schon vor Covid-19 ein Ladenhüter – und ein Markt für gebrauchte Superjumbos existiert noch immer nicht. „Wir sind uns der Herausforderungen bewusst, dieses Flugzeug zu verkaufen, aber wir suchen immer noch nach Wegen und Mitteln, um unsere 380er-Flotte zu veräußern“, sagte Airline-Chef Captain Izham Ismail im Mai 2021. Der Plan ist, den Verkauf bis November abzuschließen. Man behalte sich aber auch das Recht vor, keinem Gebot den Zuschlag zu erteilen, heißt es aus Kuala Lumpur.

Große Pläne, hart gelandet

Die A380 von Malaysia Airlines sind mit Trent 900-Triebwerken von Rolls-Royce ausgestattet und besitzen eine Drei-Klassen-Kabine für insgesamt 494 Passagiere. Zur Ausstattung zählen auch vollwertige Betten in der First und Business Class. Malaysia Airlines ist außerdem Besitzer der 100. A380, die an eine Fluggesellschaft ausgeliefert wurde. Die bereits erwähnte 9M-MNF, achteinhalb Jahre alt, trägt deshalb einen Sticker mit der Aufschrift „100. A380“.


Die Malaysier hatten mit ihrer Superjumbo-Teilflotte eigentlich große Pläne. Bei Übernahme der ersten A380 im Mai 2012 frohlockte der damalige Airline-Chef Ahmad Jauhari Yahya noch selbstbewusst: „Mit der A380 in unserer Flotte wird Malaysia Airlines ihre Position als eine der weltweit bevorzugten Premium-Fluggesellschaften stärken und unseren Kunden großartige malaysische Gastfreundschaft bieten.“ Die A380 werde „unser Flaggschiff sein und ein neues Maß an Komfort, Luxus und Bequemlichkeit für Langstreckenreisen bieten.“


Es kam bekanntlich anders.


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