Panel beim IAM Implementation Forum

29.10.2026

UAV DACH fordert Interoperabilität durch harmonisierte Normen

Out of Sight, Out of Safety: Europa braucht eine gemeinsame digitale Sprache im Luftraum

Am 27.10.  beim Panel zur Conspicuity Roadmap: Die Frage ist nicht mehr, ob es ein eConspicuity-Mandat braucht, sondern wie wir es ausgestalten. Über alle Luftfahrtgemeinschaften hinweg gab es grundsätzliche Unterstützung. Das ist ein starkes Signal, und wurde am Ende von Maria Algar Ruiz, die das Panel moderierte, klar eingeordnet.

Unser Anliegen als UAV DACH: Europa braucht eine gemeinsame digitale Sprache im Luftraum. Interoperabilität auf Basis harmonisierter Standards, ADS-B für größere Luftfahrzeuge und ADS-L für den niedrigeren Luftraum, statt dauerhaft fragmentierter nationaler Systeme. Dabei ist  eConspicuity für uns mehr als ein Sicherheitsgerät. Sie ist die Grundlage der Digitalisierung des Luftraums und ermöglicht neben Verkehrsinformation auch Identifikation, Transparenz gegenüber der Öffentlichkeit und perspektivisch die Autorisierung von Drohnenoperationen. Die Anforderungen müssen sich dabei risikobasiert am tatsächlichen Luftraum- und Betriebsrisiko orientieren. Und die Roadmap darf nicht bei 120 m bzw. 500 ft AGL enden: Auch größere UAS und höhere Flughöhen gehören dazu.

Besonders wichtig ist uns ein Punkt, der in der Diskussion immer wieder durchkam: Sichtbarkeit allein macht den Luftraum nicht sicher. Erst gemeinsame Ausweichregeln, die Weiterentwicklung von SERA und klar definierte Verfahren sorgen dafür, dass bemannte und unbemannte Luftfahrzeuge ihre Rechte, Pflichten und erwarteten Reaktionen kennen.

Hier gab es viel Anschlussfähigkeit. Stefan Ronig (Section Manager UAS, EASA) hat bestätigt, dass ADS-L und eConspicuity für die Integration von UAS zentral sind, und zugleich zu Recht belastbare Leistungsdaten zu Reichweite, Abdeckung, Latenz und Zuverlässigkeit eingefordert. Timo Schubert (EU Policy Advisor, Europe Air Sports) hat sich für preiswerte, interoperable ADS-L-Lösungen stark gemacht, und Marco Festa (Director of  Avionic Products, funke AVIONICS) hat gezeigt, dass die Technologien aus Herstellersicht bereits verfügbar sind und ein gemeinsamer Standard über verschiedene Übertragungswege funktionieren kann. Oliver Dismore (Technical & Safety Executive, EHA) hat mit seinem Hinweis, dass eine fehlende Verkehrsanzeige nie mit freiem Luftraum verwechselt werden darf, genau den Punkt getroffen, warum es gemeinsame Verfahren braucht.

Kernbotschaft: Visibility enables avoidance. Common rules and procedures turn that capability into predictable aviation safety.

Jetzt geht es um die Umsetzung: ein harmonisiertes ADS-L-basiertes Ökosystem, definierte Leistungsanforderungen, eine wirtschaftlich tragfähige Einführung und die Anpassung der europäischen Luftverkehrsregeln.