Round Table Diskussion auf der ILA

11.06.2026

Der öffentliche Sektor muss eine verlässliche Nachfrage schaffen

Der öffentliche Sektor muss als Ankerkunde vorangehen. Damit deutsche und europäische Hersteller die Voraussetzungen schaffen können, um hochwertige und preislich wettbewerbsfähige Drohnen in großen Stückzahlen zu produzieren, sind verlässliche und planbare Nachfragesignale essenziell. Dies war eine der zentralen Botschaften, die der stellvertretende UAV DACH-Vorstandsvorsitzende Oliver Lichtenstein am ersten Tag der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) in Berlin formulierte.

Bei einer von Germany Trade & Invest organisierten und von Dr. Rainer Müller (GTAI) moderierten „Round Table“-Veranstaltung zum Thema „Drohnen aus Deutschland! Was ist die Antwort auf die Dominanz asiatischer Hersteller?“ arbeitete Oliver Lichtenstein heraus, welche Maßnahmen jetzt getroffen werden müssen, damit die UAS-Industrie im internationalen Wettbewerb bestehen kann.

Nach einem einführenden Beitrag von Martin Blessing, persönlicher Beauftragter des Bundeskanzlers für Investitionen im Standort Deutschland, diskutierten die Panelisten Dr. Jan Dirks (BMV, Referat LF-19 „Zukunft der Luftfahrt“), Dr. Thomas Schmitt (BDLI) und Oliver Lichtenstein gemeinsam mit den etwa 50 Anwesenden darüber, wie sich die deutsche UAS-Industrie im internationalen Wettbewerb nicht nur behaupten, sondern auch eine führende Rolle einnehmen könne.

Oliver Lichtenstein und Dr. Thomas Schmitt vom Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie betonten die Notwendigkeit, dass Behörden, der öffentliche Dienst, BOS-Organisationen oder auch KRITIS-Unternehmen als Ankerkunden eine verlässliche Nachfrage schaffen müssten, um Wachstum und Entwicklung der UAS-Industrie zu fördern. Es gehe nicht um kurzfristige Subventionen, sondern um ein nachhaltiges Bekenntnis zum Drohnenstandort Deutschland als Zugpferd einer europäischen Drone-Economy. Schließlich seien aktuell nicht Innovation und Qualität die wesentlichen Engpässe auf dem Weg zur Skalierung der heimischen UAS-Produktion, sondern Serienfertigung und verlässliche Nachfrage.

Eine Beschaffungspolitik, die auf europäische Resilienz und Technologien „Made in Europe“ setzt, ist der Nährboden, auf dem die Drone-Economy gedeihen kann. „Wir brauchen kein europäisches DJI“, brachte es Oliver Lichtenstein daher auf den Punkt. „Wir brauchen das, was DJI nicht an Behörden und Institutionen der allgemeinen Daseinsvorsorge verkaufen kann: hochwertige und vertrauenswürdige europäische Systeme zu wettbewerbsfähigen Preisen.“