In ihrer Rede zur Lage der Europäischen Union hat Ursula von der Leyen eine „Drohnen-Allianz mit der Ukraine“ angekündigt. Auch wenn die Präsidentin der EU-Kommission nicht konkreter ausführte, wie diese Allianz aussehen sollte, ist davon auszugehen, dass damit ein Ausbau der europäischen Produktionskapazitäten für militärisch nutzbare Drohnen einhergehen dürfte.
Dass die Europäische Union zur Finanzierung der „Drohnen-Allianz mit der Ukraine“ 6 Milliarden Euro bereitstellen will, ist ein weiteres Signal der Unterstützung für die angegriffene Ukraine. Und es ist ein Signal dafür, dass sich Europa insgesamt gegen mögliche militärische Bedrohungen wappnet und der enormen Bedeutung von unbemannten Systemen dafür Rechnung trägt.
Gleichzeitig kann dies auch nur der Anfang sein. Europa muss in Sachen unbemannte Systeme endlich vollumfänglich den Turbo zünden, um sich im globalen Wettbewerb in dieser Zukunftstechnologie behaupten zu können. Wer dauerhaft ökonomisch, gesellschaftlich und auch militärisch unabhängig sowie handlungsfähig bleiben möchte, braucht eine leistungsstarke UAS/AAM-Industrie. Hierfür die erforderlichen Rahmenbedingungen zu schaffen, ist eine Aufgabe von überragendem Interesse für die gesamte Europäische Union. In Europa mangelt es nicht an guten Ideen und innovativen Technologien. Aber es mangelt noch viel zu oft an der notwendigen Unterstützung dabei, industrielle Kapazitäten und resiliente europäische Lieferketten aufzubauen.
Neben einem klaren Bekenntnis der EU-Institutionen und der Mitgliedsstaaten zur Nutzung europäischer Drohnentechnologien und einem erleichterten Zugang der UAS/AAM-Industrie zu bestehenden Förder- und Finanzierungsinstrumenten ist es daher von entscheidender Bedeutung, der Drohnenindustrie langfristige Planungssicherheit zu geben. Sowohl durch schnelles, pragmatisches Handeln als auch durch eine adäquate Berücksichtigung im nächsten mehrjährigen Finanzrahmen (Multiannual Financial Framework) der Europäischen Union.